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Deutsch Intern
  • Universitätsgebäude am Wittelsbacherplatz, Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)
Chair of Special Education I - Education for People with Learning Disabilities

Forschung

Pädagogisch gut beraten - Forschung

 

Unser Erkenntnisinteresse richtet sich sowohl auf Beratung allgemein als Form pädagogischen Handelns als auch auf die so genannten beratenden Tätigkeiten in der Pädagogik, die landläufig als Beratung bezeichnet werden.

Ob die Erzieherin mit den Eltern ein Gespräch über den problematischen Entwicklungsverlaufs ihres Kindes führt, ob eine Förderschullehrerin einem Kollegen aus der Grundschule eine Rückmeldung hinsichtlich seines problematischen Unterrichtsverhalten geben muss, ob ein Sozialpädagoge im Jugendzentrum zwischen „Tür und Angel“ mit einer Jugendlichen über deren Ausbildungsoptionen spricht oder ob ein Erwachsenenbildern einen Kollegen hinsichtlich einer ergänzenden Einschätzung zur Gruppendynamik seines Kurses konsultiert – üblicherweise werde alle diese Gespräch mehr oder weniger als Beratung bezeichnet.

Diese bedeutsamen Gespräche im Rahmen der pädagogischen Berufstätigkeit sollen systematisiert werden. Das heißt…

  • Beratung soll auf eine pädagogisch begründete Basis gestellt werden
  • Beratung soll neben den anderen Formen des erzieherischen Gespräch Geltung beanspruchen und nicht als „Goldstandard“ der Pädagogik angesehen werden
  • Beratung und pädagogische Gespräche sind nur eine Möglichkeit, das Lernen von Menschen zu befördern

Darüber hinaus zielen wir mit unseren Forschungsbemühungen auf die Explikation einer "Kulturgeschichte der Beratung", die sich in historisch-kulturanthropologischer und in kulturvergleichender Perspektive entfalten lässt. Zum einen ist die Frage relevant, wie Beratung in die Welt gekommen ist und welche Bedeutung sie seitdem zugesprochen bekommen hat und weiterhin zugesprochen bekommt. Zum anderen interresiert uns die Frage nach den jeweiligen Ausdrucksgestalten von Ratlosigkeit, Rat und Beratung in unterschiedlichen Kulturen. Dieses Forschungsprojekt ist interdisziplinär ausgerichtet und vereint neben pädagogischen, soziologischen, philosophischen und psychologischen Aspekten auch in hohem Maße ethnologische, sozial- und kulturanthropologische und paläoanthropologische Expertisen.

Um unseren Erkenntnisinteressen zu folgen, forschen wir zum Phänomen "Beratung"

  • phänomenologisch – wir fragen uns also, was es mit dem Phänomen „Beratung“ auf sich hat
  • historisch-systematisch – wir halten Ausschau nach Hinweisen auf Ratlosigkeit und Beratung in der Menschheitsgeschichte
  • rekonstruktiv – wir schauen danach, wie Beratung als Praxis gestaltet wird und
  • hypothesenprüfend – wir überprüfen gewissermaßen experimentell die phänomenologisch und rekonstruktiv generierten Hypothesen über Beratung und pädagogische Gespräche