Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Veranstaltungen im SoSe 2026

    15.06.2026, 14.15-15.45 Uhr (00.107 am Wittelsbacherplatz)

    Inhalt: Wenn in den letzten Jahren häufig vom gesellschaftlichen Zusammenhalt die Rede ist, nicht zuletzt als beschwörende Reaktion auf Krisen- und Transformationserfahrungen, dann bleibt meist auch die Rolle von Medien nicht unerwähnt. Insbesondere der Kommunikation in Online-Medien und Social Media wird eine Sprengkraft und Eigenlogik attestiert, die nicht mehr nur als demokratisierend gefeiert, sondern als Herausforderung und zuweilen sogar als Gefahr wahrgenommen wird. Dabei ist ein vermeintlich problematisches Verhältnis von Mediennutzung und gesellschaftlichem Zusammenhalt nicht erst mit den Sozialen Medien zu einem Thema geworden. In dem Vortrag stelle ich schlaglichtartig verschiedene Perspektiven aus den letzten dreißig Jahren vor, mit denen der Zusammenhang von gesellschaftlichem Zusammenhalt und zunächst Fernsehen, dann Online- und schließlich Sozialen Medien wissenschaftlich untersucht wurde.

    ReferentSteffen Krämer (Dr. phil) ist Medienwissenschaftler und Projektleiter am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Standort Konstanz. Er forscht dort zu Polarisierungsdynamiken in Sozialen Medien.

    16.06., 18.00-19.30 Uhr (00.107 am Wittelsbacherplatz)

    Inhalt: In diesem Vortrag setzen sich Malika Mansouri und Vildan Aytekin mit Erfahrungen von Lehrenden und Studierenden of Color an Hochschulen im Kontext von Rassismus, institutioneller Zugehörigkeit und epistemischer Gewalt auseinander. Ausgangspunkt sind Forschungsarbeiten zu Wissenschaftler*innen of Color, in denen Interviews und (auto-)ethnographische Zugänge genutzt wurden, um sichtbar zu machen, wie Universitäten in ihren alltäglichen Routinen, Bewertungspraktiken und Autorisierungsprozessen Wissen ordnen, Zugehörigkeit regulieren und Ausschlüsse hervorbringen.

    Im Zentrum steht dabei nicht allein die Frage, welche rassismusbezogenen Erfahrungen Lehrende und Studierende of Color machen, sondern auch, wie diese Erfahrungen verarbeitet, benannt, abgewehrt oder in widerständige Wissens- und Handlungspraxen übersetzt werden. Der Vortrag fragt danach, welche affektiven, epistemischen und institutionellen Kosten mit dem Arbeiten, Lernen und Sprechen in mehrheitlich weißen Hochschulräumen verbunden sind; welche Formen von Erschöpfung, Vereinzelung und Emotional Labour entstehen; und welche Strategien des Umgangs, der Solidarisierung und des Widerstands unter diesen Bedingungen möglich werden.

    Damit bietet der Beitrag keine distanzierte Bestandsaufnahme über Rassismus an Universitäten, sondern lädt dazu ein, die eigene Wissenspraxis im Verhältnis zu Macht, Privilegierung und institutioneller Normalität zu befragen. Universitäten erscheinen dabei nicht nur als Orte kritischer Reflexion, sondern auch als Räume, in denen Ausschlüsse subtil, komplex und häufig gerade dort wirksam werden, wo Diversität, Inklusion und Antidiskriminierung bereits Teil der offiziellen Selbstbeschreibung geworden sind.

    ReferierendeVildan Aytekin (sie/ihr) arbeitete von 2017 bis 2023 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft. Im Jahr 2022 war sie Rahmen der ERASMUS+ Gastdozentur an der UCSYD in Dänemark tätig. Heute arbeitet sie als PostDoc in der Soziologie mit dem Schwerpunkt Geschlechtersoziologie und Dekolonialen Theorien.

    Sie war zentrale Gleichstellungsbeauftragte und Mentorin im Projekt Movement Förderlinie an Studentinnen, Doktorandinnen und promovierte Wissenschaftlerinnen der Uni Bielefeld. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: Erziehungswissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Soziale Ungleichheit: Macht- und rassismuskritische Erklärungen und Gender- und Queer Studies, Antifeminismus, Intersektionalität Malika Mansouri

     

    18.06., 16.00-19.00 Uhr (00.107 am Wittelsbacherplatz)

    Inhalt: Egal in welchem fachlichen Bereich wir uns bewegen, begegnen wir bestimmten Voreinstellungen, Normwerten oder konkreten Erwartungen an uns und unsere Arbeit. Auch im Privatleben fällt auf: Wir brauchen ein gewisses Schubladendenken, um miteinander zu funktionieren. Dabei passt kaum Eine*r wirklich in diese Boxen hinein. Mit einem Spassgetränk in der Hand betrachten wir genauer, an welchen Punkten wir vorgeplante Wege auch mal verlassen sollten, welche strukturellen Hintergründe bestimmte Vor(ein)stellungen haben und was es braucht, um eine gute Balance zu finden. Dafür nehmen wir auch Stifte und Kleber in die Hand, um kreativ an unserem Thema zu arbeiten.

    Referierende PersonJonathan Mürmann (er/they) arbeitet in der politischen Bildungsarbeit, wie auch im kreativ-künstlerischen Bereich. Seine thematische Arbeit fokussiert sich auf feministische Fragen und Realitäten der LGBTIQA* Gemeinschaft, mit intersektionaler Ausrichtung. So entstehen Workshopformate, Vortrags- und Veranstaltungsreihen. Unter dem Namen Jonathanuki wird Content, Illustration und Kunst veröffentlicht. Seit 2020 ist they Mitbegründer und Redaktionsmitglied des Magazins Queerdinx, ein Magazin für jungen Queerfeminismus.