Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Veranstaltungen im SoSe 2024

    Bei jeder Veranstaltung kann ein Punkt für das GSiK-Zertifikat erworben werden.

    Eine Teilnahme ist an einzelnen Veranstaltungen unabhängig voneinander möglich.

    Anmeldung auf WueStudy (05048740) oder per E-Mail: johanna.lawall@uni-wuerzburg.de

    Kontakt für weitere Informationen oder Rückfragen: Johanna Lawall (johanna.lawall@uni-wuerzburg.de)

     

    12.06.2024, 18.00-20.00 Uhr (Forum am Wittelsbacherplatz)

    Inhaltliche Beschreibung: Die Arbeitsmigration in den 1960er-Jahren hatte enorme Auswirkung auf die Arbeitsmigrant*innen selbst, aber auch auf deren Familien. In dieser Lesung und der anschließenden Diskussion werden das Leben von sogenannten Gastarbeiterfamilien und die Auswirkungen der Migration auf das heutige Leben der Familienmitglieder beschrieben. Der Autor Fatih Çevikkollu gibt gemeinsam mit Barış Yüksel einen persönlichen Einblick in die Erfahrungen, die er als Kind einer sogenannten Gastarbeiterfamilie gemacht hat und welche Auswirkungen er bis heute erlebt.

    Die Veranstaltung besteht aus einer ca. 60-minütigen Lesung von Fatih Çevikkollu aus dem Buch „Kartonwand“. Anschließend besteht die Möglichkeit, Fragen zum Thema zu stellen und zu diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung von Barış Yüksel.

    Informationen zu den Referierenden: Fatih Çevikkollu ist ein deutscher Kabarettist, Theater-, Film- und Fernsehschauspieler und Sohn türkischer Eltern, die in den 60er-Jahren als Arbeitsmigranten nach Deutschland kamen. Er studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und ging dann ans Düsseldorfer Schauspielhaus. Für sein erstes Soloprogramm „Fatihland“ wurde er 2006 mit dem Prix Pantheon Jurypreis ausgezeichnet. 2023 veröffentlichte er sein Buch „Kartonwand“ in zweiter Auflage. Dort beschreibt er „das Trauma der Arbeitsmigrant/innen am Beispiel meiner Familie“ und erzählt von generationsübergreifenden Wunden, die die Arbeitsmigration gerissen hat und gibt damit den sogenannten „Gastarbeitern“ und ihren Familien eine Stimme.

    Organisatorische Hinweise: Vor Ort wird es die Möglichkeit geben, Bücher zu erwerben und signieren zu lassen

    Diese Veranstaltung wird organisiert in Kooperation mit dem Würzburger Ombudsrat in Trägerschaft des Würzburger Bündnisses für Demokratie und Zivilcourage e.V. und wird finanziell gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Demokratie leben!

    13.06.2024, 12.15-13.45 Uhr (online, per Zoom. Der Zoom-Link wird am Tag vor der Veranstaltung und kurz vor Veranstaltungsbeginn per Mail an alle Angemeldeten verschickt)

    Inhaltliche Beschreibung: Für mich ist es ganz wichtig, über Diversität, Chancengleichheit und Inklusion in Film und Fernsehen zu sprechen. Ich frage mich, wie weit der Weg noch sein wird, bis "Inklusion" wirklich in unserer Gesellschaft und Filmwelt ankommt. Obwohl in Filmen und Serien unsere Gesellschaft widergespiegelt werden soll und sich alle im Gezeigten wiedererkennen wollen, sind Filmschaffende mit Behinderung leider immer noch deutlich unterpräsentiert. Kompetenzen und Fähigkeiten werden ihnen oft abgesprochen, Darstellungen sind diskriminierend und defizitorientiert. Vielfalt wird leider meist sehr klischeehaft und realitätsfern dargestellt. Der normale Alltag findet nicht statt. Leider werden Figuren mit Behinderung auch zu 98 % von Darstellern ohne Behinderung gespielt und die bekommen dann sehr oft Preise für ihre "authentische" Darstellung.

    Wenn Schauspieler*innen mit der entsprechenden Behinderung diese Rollen spielen dürften, wären sie sicher viel realistischer und glaubwürdiger. Schließlich leben sie mit dieser Behinderung und wissen, wie sie sich anfühlt. Sie spielen nicht nur.

    Filme sollen unterhaltend und spannend sein, aber sie sollen auch ein positives Bild von Menschen mit Behinderung zeichnen.

    Deshalb ist ein Austausch zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen, zwischen Regisseur*innen, Producer*innen, Drehbuchautor*innen und Schauspieler*innen mit Behinderung ganz wichtig.

    Wir brauchen mehr Erfolgsgeschichten aber auch Aufklärungsfilme. Vielleicht könnten verschiedene Film und Fernsehformate sogar genutzt werden, um im Unterricht Diversität zu thematisieren.

    In ihrem Vortrag spricht Carina Kühne über ihre Erfahrungen als Schauspielerin mit einer Trisomie 21 und lädt zum Austausch über Filme, die Filmindustrie, die Darstellung von Behinderung und den Umgang mit Schauspieler*innen mit Behinderung ein.

    Informationen zu den Referierenden: Carina Kühne wurde in Berlin geboren und wohnt jetzt in Seeheim-Jugenheim. 2008 sammelte sie in dem Dokumentarfilm "Vier Leben" erste Erfahrungen als Schauspielerin (Regie Cornelia Thau). 2013 spielte Carina Kühne dann ihre erste große Hauptrolle in dem mehrfach ausgezeichneten und für den Grimme-Preis nominierten Spielfilm "BE MY BABY" unter der Regie von Christina Schiewe - ein Film über eine junge Frau mit Down-Syndrom, die durch ihren Kinderwunsch in Konflikt mit ihrer Umwelt gerät. Bei den Filmfestspielen in München war sie als beste Nachwuchsschauspielerin nominiert ebenso wie für den Günter Strack Nachwuchspreis.

    Seitdem spielte sie in mehreren Filmen und Serien mit, darunter „In aller Freundschaft – Das Leben ist ein Wagnis“ (2016), „Die Bergretter – Ohne Aussicht“ (2017) und „Werk ohne Autor“ (2018). Zudem verkörperte sie 2019 die Hauptrolle am Gripstheater in Berlin in dem Stück „Cheer out loud“ in der Regie von Robert Neumann. Derzeit genießt sie privaten Schauspielunterricht bei Hans Hirschmüller.

    Darüber hinaus engagiert sich Carina Kühne sehr für das Thema Inklusion und Selbstbestimmung, sowohl als Autorin als auch als geschätzter Gast in verschiedenen TV- und Hörfunksendungen u. a. bei Günther Jauch und als Referentin vor Lehrer*innen und Student*innen an verschiedenen Hochschulen.

    Im Rahmen der GSiK-Reihe "Antisemitismus begegnen - Historische und aktuelle Perspektiven auf Antisemitismus und Rassismus in Deutschland" und der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz in der Sonderpädagogik“ (IKiS) fand am 06.06.2024 in Kooperation mit der Lern- und Forschungsstelle des Institus für Sonderpädagogik eine Führung durch das Museum und die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Würzburg statt.

    Im Sommersemester 2024 werden der Themenkomplex Antisemitismus und Judentum mit einer Reihe von Veranstaltungen tiefgehend behandelt, darunter eine Exkursion in die Synagoge und das Jüdische Museum Würzburg.

    Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter von Shalom Europa führte die Gruppe durch das Museum, das als einziges deutschlandweit von einer Gemeinde geführt wird, wodurch jüdische Regeln wie das Verbot unkoscherer Nahrung und die Pflicht einer Kopfbedeckung in der Synagoge für Männer eingehalten werden müssen.

    Die Führung begann mit einer historischen Perspektive: Die frühsten schriftlichen Quellen zu Jüd*innen in Würzburg aus dem frühen 12. Jahrhundert berichten von einem Pogrom mit 30 Todesopfern, deren Grabsteine teilweise im Museum ausgestellt sind.

    Dann konnte die Gruppe eine Tora-Schriftrolle betrachten und erfuhr mehr über ihre aufwändige Herstellung, den Umgang mit den Schriften und die enthaltenen 613 Gebote und Verbote – daher ist 613 die heilige Zahl des Judentums.

    Anschließend zeigte der Ehrenamtliche weitere wichtige Objekte der Religion, wie Mesusot (Schriftrollen, die am Türrahmen befestigt werden), Tefillin (Gebetsriemen, die am Körper getragen werden), den Gebetsmantel, genannt Tallit, und Auszüge aus dem Talmud, einer erweiterten Form der Tora mit eigenen Ergänzungen, Auslegungen und Kommentaren verschiedener Gelehrter. Im Kellergeschoss des Museums folgten Informationen zur Beschneidung, Bar- und Badmitzva, Hochzeit und Ehegrabsteinen.

    Nach der Museumsführung wurden die Teilnehmenden in die Synagoge geführt, die nach Jerusalem ausgerichtet ist und geschlechtergetrennte Sitzreihen hat. In der Mitte befindet sich die Bima, eine Bühne, auf der die Tora vorgelesen wird. Sie wird im Toraschrein aufbewahrt und im Gottesdienst von je sieben ausgewählten Männern der Gemeinde vorgelesen. Die Gruppe erfuhr mehr über den genauen Ablauf des Gottesdienstes, der fast vollständig auf althebräisch abgehalten wird.

    Zuletzt bedankte der Mitarbeiter sich für die Aufmerksamkeit und sprach die Einladung aus, Interessierte könnten gerne einmal als Gäste an einem Gottesdienst teilnehmen.

     

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei der jüdischen Gemeinde für die Einladung und bei dem engagierten Mitarbeiter für die sehr lehrreiche und informative Führung, bei den Studierenden für ihre Teilnahme, Mitarbeit und ihr Interesse an der Themenstellung, beim GSiK-Team samt studentischen Hilfskräften für die finanzielle und organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Univ.-Prof. Dr. Roland Stein für die Unterstützung.

    08.05.2024, 16.15-17.45 Uhr (0.002 im ZHSG)

    Referentin: Prof. Dr. Ilona Nord