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Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    GSIK

    Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

    Pädagogik bei Verhaltensstörungen im interfakultären Lehrprojekt der Universität Würzburg

    Univ.-Prof. Dr. Roland Stein, Priv. Doz. Dr. Thomas Müller, Miriam Lohrmann

     

    Auffälligkeiten des Verhaltens und Erlebens in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten werden häufig durch kulturelle Unterschiede erzeugt, da Kulturen Normen des adäquaten Verhaltens und Erlebens definieren, die je nach Konstellation der aufeinander treffenden Kulturen stark divergieren können. Des Weiteren kommt es bei Sozialkontakten zwischen Personen unterschiedlicher kultureller Hintergründe immer wieder zu Missverständnissen und Konflikten. Zudem fallen gerade Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene mit einem Migrationshintergrund häufiger mit ihren Verhaltensgewohnheiten auf, unter anderem im Zuge von Bewältigungsversuchen der kulturellen „Spannung“.

    Die Aufgaben des Lehrstuhls Pädagogik bei Verhaltensstörungen im interdisziplinären Projekt „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“ sind sehr vielschichtig. Grundlegend ist die Verknüpfung einer sonderpädagogischen Perspektive mit der Förderung interkultureller Kompetenzen und globalem Lernen. Eines der Hauptziele ist es, Studierenden aller Fachrichtungen Grundkompetenzen wie beispielsweise Ambiguitätstoleranz, Flexibilität im Denken und Handeln, Offenheit und eine optimistische Grundhaltung zu vermitteln. Diese sind Aspekte einer interkulturellen Kompetenz, die in Zeiten der voranschreitenden Globalisierung, Internationalisierung und steigender Migrations- und Flüchtlingszahlen in allen Lebensbereichen und Berufsfeldern eine mehr oder weniger offensichtliche, aber dennoch zentrale Rolle spielen. Neben den oben genannten individuellen Aspekten setzt sich die interkulturelle (Handlungs-)Kompetenz auch aus einer interkulturellen Fachkompetenz, einer sozialen und einer strategischen Kompetenz zusammen. All diese Bereiche werden u.a. durch Seminare zu den Themen Interkulturelle/Kultursensible Beratung, Interkulturelle Kommunikation, Erlebnispädagogik im interkulturellen Kontext, Migration und Flucht oder auch einem Planspiel zum Thema Migration in Europa erarbeitet und reflektiert.
    Diese Kompetenzen sorgen dafür, dass möglichen interkulturellen Missverständnissen entweder vorgebeugt, sie eher erkannt und behoben oder auch einfach akzeptiert werden. Sie haben also sowohl eine präventive als auch eine interventive Wirkung.

     

    Seminarangebote, Projekte und Vorhaben im Überblick:

    1. In den Seminaren zum Themenfeld Beratung werden das Verständnis und die Sensibilität für die psychosoziale Belastung gefördert, welche Migranten, Geflüchtete, Flüchtlinge und Asylbewerber vor und nach einem Kulturwechsel erleben. Ebenso werden Probleme bei und Möglichkeiten der Integration von Ausländern in deutschen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, aber auch im sozialen Leben, thematisiert. Theoretisch fundiert wird dabei auch auf ausgewählte Beratungsansätze eingegangen und mit verschiedenen Methoden an der Kommunikations- und interkulturellen Handlungskompetenz gearbeitet.
    2. Auch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ werden diese Fähigkeiten weiter geschult, Netzwerke zu internen und externen Partnern und Experten geknüpft und so Interessierte zusammengeführt. Im Sommersemester 2020 fand ein Workshop zum Thema „Blickwechsel: Flucht und Vorurteile“ statt. Okba Kerdiea, Referent des Projekts Bildung trifft Entwicklung, zeigte Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen neue Perspektiven auf und sorgte dabei durch die Anregung von Diskussionen und die Beantwortung vieler Fragen für die Erweiterung des Horizonts und die Ausräumung bzw. Abschwächung mancher Vorurteile. Um hier auch Lehrkräfte in der zweiten Ausbildungsphase zu erreichen, die diese Kompetenzen aktiv in ihrem Berufsleben benötigen, sie mehr oder weniger bewusst täglich anwenden und zugleich durch ihre aktuellen Erfahrungen weitere Perspektiven miteinbringen, ist auch eine mögliche Öffnung einzelner Workshops für diese Zielgruppe angedacht.
    3. Künftige Ziele bestehen auch weiterhin in der Verknüpfung verschiedener Akteure in der globalen Bildungsarbeit. Hierzu besteht zum einen die Möglichkeit, ein interkulturelles Training für interessierte Schülerinnen und Schüler zu entwickeln, zum anderen aber auch die Vernetzung mit bereits bestehenden Bildungsprojekten.
    4. Aktuell wurde ein interkulturelles-länderspezifisches Training für aus Laos nach Deutschland kommende Auszubildende, gemeinsam mit Studierenden, im Rahmen eines Seminares und in Kooperation mit der Firma BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH entwickelt. Dieses wird im kommenden Jahr erprobt, ggf. revidiert und fest in die betriebliche Ausbildung von BHS integriert. Studierenden soll damit ein reales Anwendungsfeld der interkulturellen Arbeit aufgezeigt werden.
    5. Um auch im digitalen Bereich Wissen zu vermitteln und interkulturelle Kompetenzen zu fördern, sind auch Online-Angebote in Form von E-Learning Kursen in Vorbereitung.
    6. In den Sommersemestern 2018 und 2019 beteiligte sich GSiK an den Würzburger Ringvorlesungen zu Vulnerabilität, woraus eine Publikation mit zahlreichen interkulturellen Bezügen und Themen entstanden ist: Keul, H. & Müller, T. (2020) (Hg.): Verwundbar. Theologische und humanwissenschaftliche Perspektiven zur menschlichen Vulnerabilität. Echter Würzburg https://www.echter.de/verwundbar-2117/

     

    Ansprechpartnerin für GSiK innerhalb der Sonderpädagogik

    sind Frau Miriam Lohrmann und Herr Univ. Prof. Dr. Roland Stein

    Die Kontaktdaten finden Sie HIER und HIER

    Veranstaltungen des GSiK-Projektes

    Eine zentrale Übersicht über die Veranstaltungen des GSiK-Projekts (auch über die des Lehrstuhls Pädagogik bei Verhaltensstörungen) finden Sie hier!