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    Lehrstuhl für Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen sowie Allgemeine Heil-, Sonder- und Inklusionspädagogik

    Forschung und Projekte

    Gegenstandsbestimmung

    Alleinstellungsmerkmale

    Gegenstand der Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen

    Die Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen beschäftigt sich mit den Lebensbedingungen von Menschen mit Blindheit, Sehbehinderung oder Sehmehrfachbeeinträchtigung. Wesentliche Schwerpunkte sind vorschulische und schulische Bildungsprozesse, die Anbahnung und Sicherung der beruflichen Teilhabe sowie soziale und kulturelle Aspekte, die das Leben jenseits von Bildung und Arbeit mitbestimmen. Außerdem befasst sich die Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen entlang der eigenen Fachlichkeit mit der Analyse und dem Abbau allgemeiner umwelt- und einstellungsbedingter Barrieren, die das Lernen, Arbeiten und leben behindern oder behindern können.

    Inhaltliche Ausrichtung des Lehrstuhls

    Unser Lehrstuhl verschreibt sich dem pädagogischen Leitprinzip einer umfassenden und gleichzeitigt selbstbestimmten Teilhabe aller behinderten Menschen, welches seinen Ausgang an der Schnittstelle der professionellen und der selbstvertretenden Perspektiven nimmt. Wir möchten die erlebte Differenz aller Studierender und Lehrender hinsichtlich der Lern-, Lehr- und Forschungsbedingungen möglichst gering halten. Damit verbunden sind die Ziele der Realisierung von barrierefreien Lehr- und Forschungsräumen sowie die behinderungssensible Gestaltung von Lern- und Lehrangeboten, die als fester Bestandteil der Lehrkräftebildung Modellcharakter entfalten sollen.

    Mit der Bezeichnung Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen soll der Ablehnung sozialrechtlicher und diagnostischer Begriffe als Orientierungsmaßstab im pädagogischen Handeln Ausdruck verliehen werden und der situative und relative Charakter von Behinderung und Beeinträchtigung jenseits fester Kategorien unterstrichen werden. Konsequenterweise liegt demgemäß der Fokus des Studienangebots auf der pädagogischen Professionalisierung sowie dem Erwerb eines breiten didaktischen Werkzeugkastens und weniger auf einer diagnostisch orientierten, programmatischen Interventionslogik.

    Wir begreifen die Gemeinschaft sehbeeinträchtigter Menschen als eine unbedingt zu schützende Subkultur mit einer eigenen kulturellen Identität.

    Konkrete Inhalte und viel Fachlichkeit

    Unsere Fachrichtung blickt auf gut 250 Jahre Entwicklungs­geschichte zurück, was sich am sehr differenzierten Spektrum unterschiedlich wirksamer Interventionen und bunter Kultur­techniken erkennen lässt. Diese sehr breite Fachlichkeit ist alles andere als statisch und verändert sich fortlaufend. Einige sehbeeinträchtigte Menschen können mittlerweile bei passender Unterstützung weitgehend selbstbestimmt studieren, während noch vor wenigen Jahrzehnten bereits das Lesen eines einfachen Behördenbriefs mit unüberwindbaren Barrieren verbunden sein konnte. Im Studium lernen Sie also nicht nur sehr konkrete päda­gogische Strategien und Ansätze, sondern auch den Umgang mit sich verändernden Lern- und Lehrbedingungen am Zahn der Zeit.

    Richtig viel Abwechslung

    Sehbeeinträchtigungen sind nicht milieuspezifisch und kommen als rein sensorische Beeinträchtigung oder in Kombination mit anderen Beeinträchtigungen vor. Dies führt dazu, dass Unter­stützungs- und Assistenzangebote die Bedürfnisse von Menschen auf allen Ebenen des Bildungssystems und in einem weiten Feld beruflicher und privater Aktivitäten adressieren müssen. Außerdem führt diese Heterogenität zu ganz unter­schiedlichen Lebensentwürfen in einem Kontinuum zwischen vollständig inklusiver Normalität und bewusst gewählter distinguierter Exklusivität. Ein Studium der Pädagogik bei Seh­beeinträchtigungen setzt demgemäß ein unstillbares Interesse am Menschen, Empathie und Flexibilität sowie eine päda­gogische Berufung voraus, bietet dafür aber bunte Abwechslung zwischen sehr unterschiedlichen Ansprüchen, Interessen und Erfolgserlebnissen.

    Inklusive Alternativen zum Dasein als Lehrkraft

    Diese inhaltliche Breite spiegelt sich auch im außergewöhnlich breiten Berufsfeld wieder, welches durch einen Abschluss in der Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen eröffnet wird: Förder­einrichtungen und Regelschulen, Frühförderstellen, Berufs­bildungs-/ förderwerke, Selbsthilfeorganisationen, Ambulanzen, Beratungsstellen, Medienzentren, Hilfsmittelfirmen, Werkstätten, Internate, Seniorenheime etc. Da auf absehbare Zeit die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in unserer Fach­richtung sehr hoch sein wird, bieten unsere Abschlüsse beste Jobangebote und Karrierechancen in Bayern und durch die begrenzte Zahl der Studienstätten auch weit darüber hinaus. Außerdem legen Sie sich durch dieses breite Feld pädagogischer Handlungsfelder mit Ihrer Entscheidung für das Studium nicht letztgültig fest, da Ihnen auch im Verlauf der Berufsbiografie diverse berufliche Neuorientierungen offenstehen.