piwik-script

Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Aktuelles

    SoSe21

    Hate Speech Diskriminierung im Netz entgegenwirken

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe
    „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern
     

    Auftaktveranstaltung im Sommersemester 2021 mit Lisa Pausch

     

    Auch in diesem, erneut pandemie- und onlinegeprägten Semester, kann die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK) fortgeführt werden. Diese wird vom Lehrstuhl Sonderpädagogik V - Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Roland Stein, in Kooperation mit dem Büro für Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK) geplant sowie durchgeführt. Dieses interdisziplinäre Projekt richtet sich nicht nur ausschließlich an Lehramtsstudierende, sondern ist offen für Studierende aller Fakultäten der Universität sowie externe Interessierte.
    Wie auch in den vergangenen Semestern war es dem Projektteam wiederholt möglich, einige sehr interessante Referent:innen zu gewinnen, die dieses aktuelle Studienhalbjahr mit einer Vielzahl spannender, lehrreicher und vielversprechender Seminare, Workshops und Vorträge bereichern werden.         
    Den Auftakt der Veranstaltungsreihe im digitalen Sommersemester 2021 markierte der Workshop „Hate Speech Diskriminierung im Netz entgegenwirken“ mit Frau Lisa Pausch.

    Am 23.04.2021 wurde in einem dreieinhalbstündigen Workshop die brisante und sehr aktuelle Thematik „Hate Speech“ aufgegriffen, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, in diverse Kontexte gesetzt, kritisch hinterfragt und reflektiert sowie einige Impulse, wie auch Praxistipps eruiert und validiert.

    Zu Beginn der Einheit wurden die 23 Teilnehmer:innen direkt von Frau Pausch darum gebeten, eigene Hate Speech Erfahrungen zu rekonstruieren, darüber nachzudenken und gegebenenfalls mit der Gruppe zu teilen.       
    Inhaltlich ging der Workshop dann u.a. mit folgenden Fragestellungen in die Breite sowie Tiefe:
    -„Warum reden wir heute über Hate Speech?“        
    -„Was ist Hate Speech?“       
    -„Warum gibt es Hate Speech?“       
    Die Frage nach dem „Warum“, also gewissermaßen nach der Sinnhaftigkeit über diese Materie zu referieren, sich auszutauschen und gemeinsam zu lernen, ließ sich im Seminar zügig mit Blick ins „world wide web“ eruieren. Dort findet ein täglicher „Hate Speech Marathon“ auf allen erdenklichen Plattformen von Facebook über Twitter und Instagram bis hin zu TikTok & Co. statt. In unserer digitalisierten Welt – sowie pandemiebedingt – verbringen wir zunehmend mehr Zeit im Internet. Dies impliziert gleichzeitig, dass wir, theoretisch wie praktisch, vermehrt Kontakt- und Berührungspunkte mit Hasskommentaren im Netz haben, sei es aktiv oder passiv. Neben dem Aspekt, dass Radikalisierungen oft im Internet beginnen und die Gewaltschwelle in der analogen Welt abnimmt, lassen sich Hass-Nachrichten auf dem digitalen Weg schneller verbreiten, so die Referentin.     
    Anschließend wurde im weiteren Verlauf des Workshops eine gemeinsame Schaffensgrundlage darüber gebildet, was „Hate Speech“ per se eigentlich ist. Die Amadeu Antonio Stiftung fasst dies treffend zusammen, indem sie formuliert: „Hate Speech ist gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die ihren Ausdruck in gewalttätiger Sprache findet. Sie verletzt die Würde und die Rechte von Menschen und kann ganze Gruppen einschüchtern. Sie kann indirekt sein und über Bilder oder Memes funktionieren. [...]“.       
    Diese IKiK-Veranstaltung bezog sich vor allem auf jene Facetten des Spektrums der Hassreden, die in der virtuellen Welt stattfinden.   
    Die Frage, warum es „Hate Speech“ gibt, ließ sich im Rahmen der Zoom-Sitzung mit einem kleinen Exkurs in die Psychologie oberflächlich beantworten. Demnach würden hinter Hass wichtige Funktionen stecken, die nicht als „nur negativ“ abzustempeln seien, denn Hass könne beispielsweise auch eine schützende Funktion haben und die Menschen vor Gefahren bewahren. Jedoch könne Hass auch zu einer gewissen Gruppenbildung beitragen. Darüber hinaus gibt es den sogenannten „Negativity Bias“, dieser impliziert, dass negative Nachrichten besonders interessant für das humane Gehirn sind. Hass ist kein neuartiges Phänomen, jedoch würden Reichweite, Anonymität und Straffreiheit des Internets einen „guten Deckmantel“ für Hassbotschaften im Netz bieten und somit die Dynamik und Qualität des menschlichen Hasses auf eine neue Ebene heben.  
    In einem nächsten inhaltlichen Schritt wurden nun die Perspektiven von „Hate Speech“ ausdifferenziert und die Sicht auf die von „Hate Speech“ betroffenen Personen, aber auch auf die Täter:innen, also die Menschen, die Hassbotschaften (im Netz) produzieren, gelenkt:  
    In dem Moment, in dem eine Ausgrenzung – hier durch Anfeindungen, Hassbotschaften und dergleichen – stattfindet, impliziert uns unser Urinstinkt, dass die eigene Existenz bedroht sei. Weil Ausgrenzung gefährlich für eben diese ist, haben Menschen, oder auch soziale Tiere, mentale Systeme entwickelt, die sie davon abhalten, sich so zu verhalten, dass sie aus der Gruppe eliminiert werden, dies nennt man auch „Ostracism detection systems“. Die Herausforderung und Schwierigkeit bei „Hate Speech“ ist jedoch auch, dass es sich um Hass handelt, für den man, als betroffene Person, nichts kann und den man selbst, in der Rolle des/ der Betroffenen nicht beeinflussen kann. Dies wird in jenem Aspekt unterstrichen, dass sich Hasspostings verstärkt gegen sogenannte Randgruppen richten z.B. gegen Angehörige bestimmter Religionen oder auch gegen Menschen der LGBTIQ+ Szene wie auch BIPOC.       
    Als Pendant zu eben eruierter Personengruppe zählen nun die Täter:innen. Hier ist es wichtig, in eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen Täterschaften und deren Profile zu gehen, so die Referentin Frau Pausch. Als prototypische Beispiele nannte sie hier die Tätergruppen der extremistischen Aktivist:innen, die gezielt Hassbotschaften einsetzen, um z.B. rechte Stimmungsmache zu betreiben und/ oder, um menschenfeindliche Ideologien zu vertreiben. Darüber hinaus gibt es in einem großen Spektrum auch „normale“ Nutzer:innen, die menschenfeindliche Positionen vertreten und/ oder diese mit anderen Usern teilen. Die Intentionen hinter deren Postings können sehr unterschiedlich sein und so z. B. von einem potenziellen Unwissen/ einer vermeintlichen Naivität, über humorale Vorstellungen oder einer rechten Haltung gespickt sein.   
    Genau an diesen Intentionen und dergleichen setzte ein weiterer, praxisnaher Workshop-Schwerpunkt an. In einem aktiven Teil lernten die Rezipient:innen nun, welches Reaktionsspektrum adäquat sei, im Falle der Begegnung mit Hasskommentaren im Netz: Als potenzielle Respons, je nach Qualität und Dynamik des einzelnen Hasskommentars, ist es ein intelligenter Weg entweder mit Ignoranz, Positionierung, Diskussion, der Unterstützung der Betroffenen, der Meldung des Posts oder weiteren Facetten der virtuellen Kommunikationsbandbreite (z.B. Ironie, Offlinegehen, Memes, Liken von Positivnachrichten etc.) zu reagieren.
    Die einzelnen Antwortwege differenzierte Frau Pausch im Workshop explizit und detailliert, nannte hierzu stets viele Praxisbeispiele und bezog die Zuhörerschaft aktiv mit ein, stellte immer wieder Fragen in die Runde und regte zur Diskussion an.      
    Dieser aktive Einbezug mündete in einer praktischen Übung: Im Vorfeld an den Workshop erhielten die angemeldeten Teilnehmer:innen vom GSiK-Team die Nachricht, dass sie selbst in den Tagen vor Workshopbeginn mit offen Augen durch die Social-Media-Welt gehen sollten, um Hasskommentare etc. zu extrahieren.            
    Diese gesammelten Niederschriften wurden nun im Workshop genutzt, sodass die Teilnemer:innen nun selbst in einem geschützten Rahmen lernen, üben und ausprobieren durften, sich gegen einen wahrgenommenen Hasskommentar im Netz stark zu machen. Als Arbeitsgrundlage diente hier die vormals besprochene Antwortpalette. Aus dieser Bandbreite an Möglichkeiten bedienten sich die Studierende nun in der Praxisübung. So konnten sie thematisch geordnet an diversen hate posts „üben“, wie sie künftig adäquat in der real-virtuellen Welt reagieren könnten/ sollten, wenn eine Hassnachricht o.ä. in ihr Sichtfeld rutscht.   
    Im Zuge dessen gelang es den Anwesenden in Kleingruppen eigene Memes, Diskussionsgrundlagen, valide Vorgehensweisen und mehr zu definieren, niederzuschreiben und über dies hinaus v.a. ihre eigene Wahrnehmung für „Hate Speech“ im Internet zu schärfen.
    Als Feinschliff der vormaligen praktischen Erfahrung und als gleichzeitiger Abschluss des Workshops gab Frau Pausch wichtige Tipps und Hinweise rund um die Workshop-Thematik. Diese clusterten sich in Aspekte wie Selbstschutz, Kommunikation, Ressourcenorientierung und stellten das Gelernte der vergangenen dreieinhalb Stunden noch einmal kompakt und präzise dar. So gelang es der Referentin, die anwesenden Personen mit einer wachsamen, achtsamen Haltung gegenüber der Sensibilität und Relevanz des Themas aus dem Workshop zu entlassen.

     

    Hintergrund der Referentin:  
    Lisa Pausch arbeitet als freie Journalistin sowie als freie Referentin für das Projekt „Globales Lernen“ bei „Bildung trifft Entwicklung“ (BtE). Sie ist Referentin für Workshops u.a. zu den Thematiken „Hate Speech“, „Lieferkettengesetz“ und „Klimawandel“.

     

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Lisa Pausch für ihren sehr lehrreichen, informativen und kurzweiligen Workshop, den Studierenden für ihre Teilnahme, Mitarbeit und ihr Interesse an der Themenstellung, dem GSiK-Team samt studentischen Hilfskräften für die finanzielle und organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.


    Ein Beitrag von Frau Theresa Loschert (studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen)

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    Critical Whiteness: Privilegien, Gewaltformen und das rassistische System

     

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe
    „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partner:innen

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK) fand am 28.04.2021 der Workshop „Critical Whiteness: Privilegien, Gewaltformen und das rassistische System“ unter der Leitung von Christina Pauls und Divine Umulisa via Zoom statt.

    >Was denkst du? Ist das rassistisch?<

    Nach einer Vorstellungsrunde thematisierten die Referierenden bestimmte Situationen und Aussagen, die die Teilnehmenden nach eigenem Kenntnisstand bewerten sollten

    Anschließend klärten Frau Pauls und Frau Umulisa über Rassismus und in diesem Kontext wichtige Begriffe definitorisch auf und thematisierten Formen der rassistischen Gewalt und ihre unterschiedlichen Ebenen. Die historische Grundlage zu Rassismus wurde durch eine interaktive Übung, in der die Teilnehmer:innen auf einem Zeitstrahl Persönlichkeiten und ihnen zugehörige Zitate zuordneten, erarbeitet.

    In weiteren interaktiven Übungen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit ihren eigenen Privilegien – mit visueller Untermalung – auseinanderzusetzen.

    Die Reflexion fand ihre Einleitung mit einem Auszug aus dem Buch „Barefoot in Germany“, woraufhin die teilnehmenden Studierenden im Plenum ihre Eindrücke mitteilen sollten, um dann den strukturell rassistischen Hintergrund zu reflektieren. Gleichzeitig fand, auf Anfrage der Studierenden, ein intensiver Austausch bezüglich weiterführender Literatur und weiterer rassismuskritischer Handlungsmöglichkeiten statt.

    Insgesamt spiegelte sich die gute Zusammenarbeit der Referent:innen in der vertrauensvollen Atmosphäre des Workshops wider. Den Teilnehmenden wurde das Gefühl vermittelt, offen über ihr Empfinden und ihre Gedanken sprechen zu können, ohne verurteilt zu werden, sodass insgesamt ein offener Diskurs entstehen konnte.
     

    Hintergrund der Referent:innen:


    Divine Umulisa studierte Journalismus und Kommunikation. Seit mehreren Jahren beschäftigt sie sich mit verschiedenen Themen rund um Globales Lernen, Dekolonisierung, nachhaltige Nord-Süd-Partnerschaft und interkulturellen Austausch. Sie ist Schauspielerin und Autorin unter dem Pseudonym Tete Loeper. Unter diesem veröffentlichte sie unter anderem ihr Buch „Barefoot in Germany“.

    Christina Pauls ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Uni Augsburg, sowie an der Professur für Politische Theorie an der TU München. Sie promoviert zu dekolonialen Friedensvorstellungen und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Rassismus, deutscher und sowjetischer Kolonialgeschichte und anhaltenden kolonialen Strukturen, sowie der Suche nach ihrer Überwindung.

     

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Pauls und Frau Umulisa für den bereichernden und insprierenden Workshop, allen Teilnehmer:innen für die aktive Beteiligung, den studentischen Hilfskräften für die organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.

    Ein Beitrag von Angela Nasimi (studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen).

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    Miriam Lohrmann, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK, E-Mail: miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    (Neu)rechte Popkultur in der Medienlandschaft

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)



    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V-Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern


    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK) fand am 05.05.2021 der Workshop „(Neu)rechte Popkultur in der Medienlandschaft“ unter der Leitung von Johannes Scholz-Adam via Zoom statt.


    Zunächst verschaffte Johannes Scholz-Adam (Landesreferent für die gesellschaftspolitische Jugendbildung bei ejsa Bayern e. V. in München) den teilnehmenden Studierenden einen grundlegenden Überblick über die Ideologie und Konzeption der Neuen Rechte und erklärte weitere grundlegende Begriffe wie Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Im weiteren Verlauf gab der Referent den Studierenden einen Einblick über die unterschiedlichen Akteur:innen der neurechten Szene und klärte über die Aktionsformen, Strategien und Ziele der neurechten Bewegung auf. Die Studierenden hatten unter anderem die Möglichkeit, über Begegnungen mit rechtsextremen Inhalten zu reflektieren und Handlungsorte sowie ihnen bekannte Akteur:innen zu benennen. Diesen dann visuell festgesetzten Kenntnisstand der Studierenden erweiterte Herr Scholz-Adams mit einem Überblick über Akteur:innen der neurechten Bewegung. Es folgten eine Aufklärung über das Netzwerk dieser Szene und ihre Ideologie, bis hin zur Beschreibung der Funktionsweise von Agitation, der verwendeten Symbolik, Codes/Chiffre und der Humor-Instrumentalisierung. Das Vorgehen der „Gegenkultur“ der Neuen Rechten wurde anhand von Beispielen aus den sozialen Netzwerken, dem Gamingbereich, der Musik und aus rechtsalternativen Informationsmedien analytisch beschrieben.
    >Wie können wir eigentlich mit dem Phänomen Rechtsextremismus umgehen?<

    Abschließend besprachen die Teilnehmenden Lösungsansätze und Handlungsoptionen im Umgang mit Fake News und Verschwörungsnarrativen in Breakout-Sessions, um dann im Plenum ihre Diskussionserträge gemeinsam zu reflektieren. Insgesamt war es den teilnehmenden Studierenden durch die medial vielfältige Darstellung
    möglich, ein umfassendes Bild über die Neurechte Popkultur zu gewinnen. Vor allem gelang es Johannes Scholz-Adams am Ende des Workshops den Teilnehmenden eine Reihe an Handlungsmöglichkeiten mitzugeben.

    Hintergrund des Referenten:
    Johannes Scholz-Adam hat eine langjährige praktische Erfahrung in den verschiedenen Bereichen der politischen (Jugend)Bildung, arbeitet in München bei der Landesgeschäftsstelle der evangelischen Jugendsozialarbeit (ejsa) als Landesreferent für die gesellschaftspolitische Jugendbildung (GPJ).

    Im Rahmen der historisch-politischen Bildung führte er in und um München zahlreiche Workshops für (vor allem) jugendliche Zielgruppen durch und war federführend für die Entwicklung neuer Konzepte verantwortlich. Diese wurden sowohl in schulischen als auch in außerschulischen Lern- und Gedenkkontexten durchgeführt. Neben der Arbeit mit Jugendlichen war ein weiterer Schwerpunkt seiner bisherigen Tätigkeit die Schulung und Sensibilisierung von Multiplikator:innen in der Jugendarbeit sowie die Entwicklung von Konzepten für die politische Bildung.

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Johannes Scholz-Adam für den, u.a. zur Reflexion anregenden,
    interaktiven, vielseitig bereichernden Workshop, allen Teilnehmer:innen für ihre persönliche und aktive Beteiligung und den studentischen Hilfskräften für die organisatorische Hilfe.



    Ein Beitrag von Angela Nasimi (studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Pädagogik bei
    Verhaltensstörungen).


    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de
    Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen;
    Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    So lernen wir in der "Ilztalschule für Alle" - gelebte Inklusion, ein Praxisbeispiel

    Ein Vortrag mit Schüler:innen und Pädagog:innen
    im Rahmen der Veranstaltungsreihe
    „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern
     

    Ein interaktiver Vortrag von und mit Schüler:innen der Ilztalschule – im Sommersemester 2021

     

    „Inklusion“ – eine Begrifflichkeit, die im Jahre 2021 allgegenwärtig zu sein scheint.
    Oftmals bestehen jedoch Differenzen und Diskrepanzen zwischen Ideen von Inklusion und wie sie im Praxisalltag tatsächlich stattfindet und aktiv gelebt wird. 

    Ein erstklassiges Praxisbeispiel „gelebter Inklusion“ wurde den Teilnehmer:innen des Vortrags „So lernen wir in der "Ilztalschule für Alle" - gelebte Inklusion, ein Praxisbeispiel“ am 14.06.2021 im Rahmen der GSiK-Reihe der Julius-Maximilians-Universität Würzburg präsentiert und nahe gebracht.

    Dies in einem besonderen Rahmen, denn der Vortrag wurde von einigen Schüler:innen der Ilztalschule und von den Leitern der Grundschulstufe, Frau Lisa Büttner und Herrn Martin Strahberger, live via Zoom gestaltet. Hierfür bereiteten die großen und kleinen Referent:innen eine eigene, detailreiche Präsentation vor. Diese war gespickt mit anschaulichen Bildern aus dem direkten Schulalltag der Schüler:innen. Zahlreiche visuelle und auch verbale Informationen rund um die Thematiken des Schulkonzepts (Orientierung u.a. an der Montessoripädagogik; aber beispielsweise auch Elemente der Freinetpädagogik spielen hier eine Rolle) sowie des Lernens und Lehrens an der Ilztalschule rundeten die Präsentation auf fachlicher Ebene ab. Die Schüler:innen sowie Frau Büttner und Herr Strahberger gewährten auf diesem Wege innerhalb von anderthalb Stunden einen sehr lebhaften, anschaulichen, kurzweiligen, humorvollen und interessanten Einblick in ihre „besondere“ Schulform.

    Zunächst wurde die Ilztalschule per se vorgestellt. Die 2010 gegründete Privatschule befindet sich in Kalteneck bei Hutthurm im Landkreis Passau. Träger der Schule ist ein Förderverein. Das Team setzt sich aus einem interdisziplinären Mitarbeiterstab zusammen; so finden sich verschiedene Professionen im Team wieder, wie beispielsweise Grundschullehrer:innen, Sonderpädagog:innen, angehende Föderlehrer:innen, Erzieher:innen, Kochpädagog:innen. Die Schule umfasst eine Grundschulstufe sowie eine Sekundarstufe mit jeweils 42 bzw. 25 Schüler:innen. Diese sind nicht in fixe Klassen eingeteilt, sondern orientieren sich am altersgemischten Prinzip des Lernens.         
    Um alle Schützlinge im Schulalltag individuell wahrzunehmen und im Zuge dessen ganzheitlich fördern und fordern zu können, setzt die Bildungsstätte besondere Akzente. So ist das Credo der Ilztalschule, eine „Schule für alle“ zu sein. Die Schule lebt das Konzept der Inklusion mit Vorbildcharakter. Dies in jenem Sinne, dass jedes Kind in die Schulfamilie aufgenommen werden kann, egal welche physischen, intellektuellen, sozialen, sprachlichen, ethnischen oder kulturellen Besonderheiten es mitbringt. Die Ilztalschule versteht sich als Bildungsträger im inklusiven Setting dahingehend, dass sie dafür einsteht, dass Inklusion noch weiter gehen soll als es die Begrifflichkeit per se definiert. So will die Schule, dass Kategorien aufgehoben werden und stattdessen betont wird, dass es normal ist, verschieden zu sein. Die Einrichtung steht dafür ein, dass jedes Kind so unterschiedlich ist, dass es eine individuelle Förderung verdient; denn jedes Kind hat ein Recht auf seinen eigenen subjektiven Bildungsprozess – so die Lehrenden der Bildungsstätte.

    Von diesem individuellen, demokratischen und partizipativen Umgang des Miteinanders an der Schule zeugten die anderthalb Stunden des Vortrags durchgehend. Selbst via Zoom gelang es den Schüler:innen und den beiden Lehrkräften, ihren achtungsvollen und wertschätzenden Umgang miteinander und untereinander zu transportieren und eine wohlwollende Atmosphäre zu gestalten. Die Schüler:innen unterstützen sich gegenseitig beim Referieren und stellten so gemeinsam ihre Schule vor. Hier gingen sie vor allem auf die Tages- und Unterrichtsabläufe in der Grundschul- bzw. Sekundarstufe ein. Dabei wurde unter anderem vom täglichen Austausch im Morgenkreis, der Freiarbeitszeit, dem gemeinsamen Mittagessen und Lerngruppen berichtet. Auch sprachen sie das Konzept ihrer Unterrichtsräume an. Diese sind nicht im herkömmlichen Jahrgangssetting, sondern nach den Fachbereichen Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften aufgeteilt. Frau Büttner und Herr Strahberger erläuterten überdies hinaus, wie das Lernen ohne Noten an der Ilztalschule konzeptualisiert und in den Schulalltag eingebettet ist. Eine zentrale Rolle im Schulalltrag spielen die so genannten „Lernkarten“, die auch an der Universität Würzburg durch apl. Prof. Dr. Thomas Müller (AOR am Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen) in Form der „Lernleitern“ sehr bekannt sind.
    Neben der Schulstoffvermittlung spielt auch das Vorleben und Erleben bestimmter Werte und auch das Handeln danach ein wichtige Rolle im Schulalltag: Die Gruppe betreffende Schwierigkeiten können im Morgenkreis, der jeden Tag einen anderen/eine andere „Kreispräsidenten/in“ hat (wobei dieser Rolle Jede(r) Anwesende im Laufe einmal hat), angebracht und diskutiert werden; demokratisch wird dann versucht, eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Einen wichtigen Aspekt stellt auch die Erziehung zur Selbstständigkeit dar, die auf verschiedene - sowohl alltagspraktischeals auch soziale - Weise gefördert wird.
    Die vorgestellten Themen und die verschiedenen Eckpfeiler der Konzeption der Ilztalschule stießen auf großes Interesse seitens der Rezipient:innen. So gingen die Teilnehmer:innen immer wieder in den aktiven Austausch mit den Referent:innen und stellten (Rück-) Fragen, welche mit großer Freude und großem Engagement von den Schüler:innen und den beiden Lehrkräften beantwortet wurden. Ebenfalls im positiven Sinne fiel auf, dass die Zuhörerschaft sich nicht nur aus dem Kreis der Studierenden zusammensetzte; auch externe Teilnehmende sowie Dozent:innen der Universität Würzburg schalteten sich zum Zoom-Meeting dazu und gingen ebenfalls in den Diskurs mit den Lernenden und Lehrenden.

    Im Zuge des aktiven Miteinanders luden die beiden Lehrkräfte ihre Zuhörerschaft explizit dazu ein, bei tiefergehendem Interesse die Ilztalschule bei einer Hospitation vor Ort näher kennenzulernen. Auf diesem Wege kann das Selbstverständnis sowie das Wirken der Schule noch einmal auf einer anderen Ebene erlebt werden.

     

     

    Für interessierte Leser:innen:           
    Auf der Homepage der Ilztalschule finden sich viele weitere, detaillierte Informationen rund um die Schule, das Konzept, die Unterrichtsgestaltung etc.:
    https://www.ilztalschule.de/

     

     

    Hintergrund der beiden Lehrekräfte, die den Vortrag mit den Schüler:innen konzipierten:
    Frau Lisa Büttner, Grundschullehrerin mit Montessori-Diplom, gründete im Jahr 2010 die Ilztalschule gemeinsam mit Frau Irmgard Paulik (Sonderschullehrerin, Volksschullehrerin). Frau Büttner arbeitet in der Grundschulstufe der Ilztalschule und ist fester Bestandteil des Schulleitungsteams.
    Herr Martin Strahberger studierte Grundschullehramt sowie Malerei und Grafik, daneben verfügt er über eine abgeschlossene Montessori-Ausbildung.     Er arbeitet an der Ilztalschule im Grundschulbereich und ist im Schulleitungsteam aktiv.

     

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Lisa Büttner, Herrn Martin Strahberger sowie bei den Schüler:innen der Ilztalschule, die den Teilnehmer:innen spannende, kurzweilige, informative, lebendige und vielseitig bereichernde Einblicke in ihr Schulkonzept vermittelt haben.            
    Zudem bedanken wir uns bei den Studierenden und allen Zuhörer:innen für ihre aktiveTeilnahme, Mitarbeit und ihr Interesse an der Themenstellung sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.


    Ein Beitrag von Frau Theresa Loschert (studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen).

    Kontakt:
    Univ.-Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partner:innen

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK) fand am 16.06.2021 der Workshop „Reflectories – Interaktive Lerntools zur Förderung von globalen Kompetenzen“ unter der Leitung von Frau Prof.in Dr. Schrüfer (Lehrstuhlinhaberin für Didaktik der Geographie an der Universität Bayreuth) via Zoom statt.

    „Reflectories („reflect“ und „story“) sind interaktive Lerntools zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG’s). Die Ziele wurden von den Vereinten Nationen gesetzt, um globalen Herausforderungen entgegenzuwirken. Anhand von auditiven Elementen, Kurztexten und Abbildungen tauchen Nutzer*innen in eine Geschichte ein und werden vor herausfordernde Problemsituationen gestellt. Dabei lernen sie unterschiedliche Akteur*innen kennen und erhalten verschiedene, teilweise auch kontroverse Informationen. Wiederholt müssen Entscheidungen getroffen werden, die den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. Die Konsequenzen der Entscheidungen werden direkt im Anschluss sichtbar.“ (Quelle: https://reflectories.de/)

    Dieses Lerntool zur Förderung verschiedener (Schlüssel-)Kompetenzen, entwickelt von Prof. in Dr. Gabriele Schrüfer (Universität Bayreuth), Dr. Katja Wrenger und Daniel Kuhmann (jeweils WWU Münster), wurde Studierenden der Universität Würzburg im Rahmen eines kurzweiligen Online-Workshops vorgestellt und in diesem Rahmen auch exemplarisch erprobt.
    Zu Beginn der Veranstaltung setzten sich die Teilnehmenden (TN) mit der Frage auseinander, „wie globale Kompetenzen erlernt werden können“. Nach einer Einführung in die Grundlagen des globalen Lernens/die Bildung für nachhaltige Entwicklung diskutierten die Studierenden in Kleingruppen die verschiedenen Herausforderungen des Dreieckes der Nachhaltigkeit und der ethischen und faktischen Komplexität am Beispiel der Coronakrise. Dies erleichterte den Transfer auf die Alltagspraxis der TN. Anhand dessen machte die Referentin deutlich, dass systemische Herausforderungen systemisches, nicht lineares Handeln erfordern.
    Ein Ziel im Schulkontext ist deshalb, dass Schüler:innen globale Zusammenhänge verstehen und erkennen können; das Erreichen dieses Ziels ist im Schulkontext jedoch kaum überprüfbar. Das globale Lernen ist gleichzeitig Teil des LehrplanPlus; für Lehrkräfte ist es aktuell jedoch schwer vorstellbar, dies noch zusätzlich in ihren Unterricht einzubauen. An diesen beiden Aspekten knüpfen die „Reflectories“ an: Es geht nicht darum, etwas zusätzlich zu lehren, sondern das, was schon gelehrt wird, anders zu lehren, einen lebenslangen Lernraum und Freiräume für selbstbestimmte Schüleraktivitäten zu schaffen, ganz nach einem konstruktivistischen Lernverständnis. Zentral ist dabei die Frage: „Welche Kompetenzen brauchen Schüler:innen, um nachhaltig mit den globalen Herausforderungen umgehen zu können.“ Je nach Wahl, aber auch nach Einsatzart, -ort und-ziel können mit den „Reflectories“ solche unterschiedlichen Kompetenzen gefördert werden.
    Dies erlebten die Studierenden selbst, als sie selbstständig exemplarisch die Community-Reflectory „Maßnahmen gegen den Klimawandel“ im Rahmen des Workshops erprobten. In der anschließenden Diskussion im Plenum mit der Professorin wurde die Begeisterung der kritischen Studierenden deutlich, neue Ideen für diverse eigene Umsetzungsmöglichkeiten und Weiterentwicklungen auszutauschen und zu schaffen. Deutlich wurde auch, dass dieses interaktive Lerntool über das Lernen im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung hinaus gehen und so auch Anwendung in anderen Fächern / (pädaogogischen) Feldern finden kann.
    Hierzu wurde neben den bereits erstellten und kostenfrei öffentlich zugänglichen „Reflectories“ auch auf das Autorentool hingewiesen, mit welchem Lehrkräfte, Studierende, Schüler:innen oder andere Interessierte eigene „Refletories“ entwickeln und, nach Prüfung durch die Projektleitung, auf Wunsch auch öffentlich zur Verfügung stellen können.
    Die bereits vorhandenen Reflectories finden aktuell insbesondere in der Sekundarstufe oder auch in der Erwachsenenbildung/ im universitären Setting Anwendung. Für die Zukunft sollen die, je nach Einsatz, 45-minütigen Einheiten auch für Grundschüler:innen entwickelt werden. Weitere Informationen, „Reflectories“ selbst, weiterführende Materialien und Informationen zu den Entwickelnden finden Sie unter: https://reflectories.de/

    Hintergrund der Referentin:
    Prof. Dr. Gabriele Schrüfer ist Lehrstuhlinhaberin für Didaktik der Geographie an der Universität Bayreuth. Sie promovierte zur Dr. rer. nat. an der Universität Bayreuth mit dem Thema "Verständnis für fremde Kulturen. Entwicklung und Evaluation eines Unterrichtskonzeptes für die Oberstufe am Beispiel von Afrika." Die Professorin engagiert sich im Rahmen diverser Mitgliedschaften und ist Mitgründerin und 2. Vorsitzende des „Afrika-Freundeskreises e. V.“.
    Neben der Durchführung verschiedener Lehrveranstaltungen an der Universität Bayreuth, früher an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, hält sie verschiedene Vorträge, u. a. im Rahmen der Lehrer:innenbildung, aber auch in Kindergärten oder auf Kongressen.
    Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen das Globale Lernen/Bildung für nachhaltige Entwicklung, Interkulturelles Lernen,Wahrnehmen und Bewerten, „Afrika“ im Geographieunterricht, Geographieunterricht im digitalen Zeitalter und Bildungsmedienforschung.

     

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Prof. Dr. Gabi Schrüfer für den bereichernden und inspirierenden Workshop, allen Teilnehmer:innen für die aktive Beteiligung, den studentischen Hilfskräften Frau Loschert und Frau Nasimi für die organisatorische Hilfe bei dieser Veranstaltungsreihe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung und Ermöglichung des Workshops.

     

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    Miriam Lohrmann, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK, E-Mail: miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe
    „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V - Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern

    Ein Vortrag von Frau OStRin Corinna Storm – im Sommersemester 2021


    Zum Ende des aktuellen Sommersemesters 2021 hin reihte sich ein weiterer, sehr interessanter Vortrag in die Veranstaltungsreihe IKiK ein.     
    Frau OStRin Corinna Storm vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) referierte – online via Zoom – über das Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung an bayerischen Schulen“ (BNE).        
    Die interessierte Hörerschaft setzte sich hierbei nicht nur aus Lehramtsstudierenden verschiedener Fachrichtungen zusammen. Die Thematik stieß auch bei Studierenden anderer Studiengänge auf sehr großes Interesse, so nahmen beispielsweise auch Student:innen der Fachdisziplinen Pädagogik, Psychologie oder Geographie an der Veranstaltung teil.     
    Aufgrund dieser breiten Facette an anwesenden Studiengängen stieg Frau Storm in die vorliegende Thematik auf praktischer Ebene ein. So erfragte die Referentin zu Beginn ihres zweistündigen Vortrags die Erwartungen sowie die bis dato eigenen Erfahrungen bzw. das Vorwissen der Rezipient:innen mit der Materie BNE.         
    Im Anschluss daran gestaltete die Referentin eine etwa 45-minütige Präsentation zu BNE. Ihr gelang es dabei, auf verschiedene Inhalte rund um BNE in Breite wie auch Tiefe einzugehen. So definierte die Oberstudienrätin zunächst den Begriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und ging auf die hiesigen, zugrundeliegenden Rahmenbedingungen ein. Im Zuge dessen erfolgte ein kleiner historischer Abriss, um abstrahieren zu können, wie die Entwicklung der BNE episodisch voranschritt sowie das Globale Lernen in seiner heutigen Form aufgebaut und im gegenwärtig aktuellen LehrplanPLUS verankert ist.  
    Auf einer definitorischen Abstraktionsebene formulierte Frau Storm ihr Verständnis von BNE: „eine Bildung, die Menschen befähigt, die Zukunft in einer globalisierten Welt aktiv, eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu gestalten. Dabei geht es insbesondere darum, die drei Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in ihrer Komplexität und gegenseitigen Abhängigkeiten deutlich zu machen.“ (vgl.: kmk.org).                 
    In Bezug auf die Verankerung der BNE im LehrplanPLUS folgte ein Exkurs in die inhaltlichen Aspekte dieses Lehrplanmodells. In diesem Vortragssegment artikulierte Frau Storm explizit, dass die BNE im LehrplanPLUS ein fix verankertes Bildungsziel darstellt und folglich in der Schulpraxis – unabhängig von der jeweiligen Schulform – aktiv durch die Lehrer:innen gelehrt werden muss. Im Zuge dessen wurden exemplarisch weitere Bildungsziele des LehrplanPLUS herausgegriffen und eine Querverbindung zur BNE geschaffen, sodass die Bildungsziele unter einer ganzheitlichen Perspektive gesehen werden konnten.    
    Auch die Kompetenzen, die durch die BNE vermittelt und erzielt werden können und sollen, nahmen einen nicht unerheblichen Teil des Nachmittags ein. Die Vielfalt der erworbenen Kompetenzen durch eine BNE stellte Frau Storm anschaulich dar. Exemplarisch sind hier die Kompetenzen des kritischen Denkens, jene des Zeigens von Solidarität und Mitverantwortung sowie die Kompetenz einen adäquaten Perspektivwechsel vollziehen zu können, zu nennen.
    Nachdem der Kompetenzerwerb für Schüler:innen durch eine adäquate BNE auf theoretischer Ebene eruiert war, spann die Oberstudienrätin den Bogen zu den vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten einer BNE in der schulischen Praxis. Hier gab sie den Studierenden eine Vielzahl an Anregungen, Ideen, Tipps und mehr für die potenzielle eigene Anwendung und Vermittlung einer BNE als spätere Lehrkraft mit auf deren Weg. Im Zuge dessen ging Frau Storm auch auf einzelne Unterrichtsfächer mit konkreten Handlungsmöglichkeiten und einer expliziten Unterrichtsmethodik für eine gelungene BNE ein. Der Praxistransfer gelang der Rednerin ebenfalls sehr gut, indem sie den Student:innen das „Portal für Politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung an bayerischen Schulen“ vorstellte und die einzelnen Inhalte erklärte:  verschiedene Rubriken und Materialien rund um die Thematik klicken und viele Praxis- und Umsetzungsanregungen wie auch konkrete Ideen, die im Unterricht Anwendung finden können, werden hier zur Verfügung gestellt.    
    Abschließend ging Frau Storm in einen Diskurs mit ihren Rezipient:innen. So war es die finale Aufgabe der Anwesenden eigene Ideen der BNE-Umsetzung zu generieren und auch über ihre eigenen Erfahrungen, vor allem auch aus der eigenen Schulzeit, mit einer BNE zu reflektieren. Durch das Teilen der Erfahrungen bzw. das Mitteilen eigener Berührungspunkte mit einer BNE in der persönlichen Schullaufbahn konnte ein deutliches Stimmungsbild identifiziert werden – dahingehend, dass BNE auf theoretischer Ebene bereits sehr gut verankert sei, aber eine deutlich aktivere Umsetzung in den Schulen stattfinden und auch gelebt werden muss.
    Dies griff Frau Storm in einem kritischen Resümee auf und rundete Ihren Vortrag mit zielfokussierten Perspektiven für eine BNE in Schulen ab.

     

    Für interessierte Leser:innen:           
    Auf der Website
    https://www.politischebildung.schule.bayern.de/ finden Sie das „Portal für Politische Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung an bayerischen Schulen“ des Instituts für Schulqualität und Bildungsforschung München.      
    Dort können Sie sich u.a. tiefgreifender in die Thematik einlesen und auch verschiedene Unterrichtsmaterialien, Ideen der aktiven, praktischen Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung etc. finden.

     

    Hintergrund der Referentin:

    Frau OStRin Corinna Storm ist stellvertretende Abteilungsleiterin der Grundsatzabteilung des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung. Sie leitet zudem das Referat für Pädagogische Grundsatzfragen, das sich v.a. mit schulartübergreifenden Fragestellungen auseinandersetzt. Ihre Schwerpunkte sind v.a. die Politische Bildung und die Bildung für nachhaltige Entwicklung.

     

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Storm für ihren sehr informativen, kurzweiligen und bereichernden Vortrag.      
    Zudem bedanken wir uns bei den Studierenden für ihre Teilnahme und ihr Interesse an der Thematik sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.

     

     

    Ein Beitrag von Frau Theresa Loschert (studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen).

     

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    Autorenlesung mit

    Kübra Gümüşay: Sprache und Sein

     

    Eine Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer (IKiK) des Lehrstuhls Sonderpädagogik V - Pädagogik bei Verhaltensstörungen und der GSiK-Zentrale

     

    Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „IKiK“, die zum wiederholten Mal vom Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen organisiert wird, liest Frau Kübra Gümüşay aus ihrem aktuellen Buch „Sprache und Sein“.

     

    Kübra Gümüşay, geboren 1988, ist eine der einflussreichsten intellektuellen und politischen Aktivistinnen unseres Landes. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der Londoner School of Oriental and African Studies. 2011 wurde ihr Blog »Ein Fremdwörterbuch« für den Grimme Online Award nominiert. Sie war Kolumnistin bei »Die Tageszeitung« und stand mehrfach auf der TEDx-Bühne. Sie beschäftigt sich insbesondere mit Rassismus, Feminismus, Netzkultur und Fragen gesellschaftlicher Vielfalt. Nach Jahren in Oxford lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn wieder in Hamburg, ihrer Geburtsstadt.
    Sie ist Autorin des Bestsellers »Sprache & Sein«, sowie Initiatorin und Mitbegründerin zahlreicher Kampagnen und Vereine - u.a. der Antirassismus-Kampagne #SchauHin, des feministischen Bündnisses #ausnahmslos (2016 mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet) und der Kampagne »Organisierte Liebe«.
    Das Magazin Forbes zählte sie 2018 zu den Top 30 der unter 30-Jährigen in Europa im Bereich Media und Marketing.

     

    Das Buch Sprache und Sein folgt einer Sehnsucht: nach einer Sprache, die Menschen nicht auf Kategorien reduziert. Nach einem Sprechen, das sie in ihrem Facettenreichtum existieren lässt. Nach wirklich gemeinschaftlichem Denken in einer sich polarisierenden Welt. Kübra Gümüşay setzt sich seit langem für Gleichberechtigung und Diskurse auf Augenhöhe ein. In ihrem ersten Buch geht sie der Frage nach, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Sie zeigt, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer als Teil einer Gruppe gesehen werden – und sich nur als solche äußern dürfen. Doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen? Und wie können wir alle – in einer Zeit der immer härteren, hasserfüllten Diskurse – anders miteinander kommunizieren?

    Frau Gümüşay wird im Rahmen der Veranstaltung zunächst aus ihrem aktuellen Buch vorlesen, im zweiten Teil ist Raum für Fragen, Austausch und Diskussion.

    Ort und Zeit: 08.07.2021, 18.15-19.45 Uhr online via Zoom
     

    Teilnahme: Universitätsangehörige können auf den Link über die Veranstaltung in wuestudy zugreifen, externe Interessierte können sich bis zum 07.07.2021 bei Miriam Lohrmann (miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de) anmelden und erhalten so die Zugangsdaten.
    Die Teilnahme ist sowohl für Angehörige der Universität als auch für Externe kostenlos.
    Studierende können für die Teilnahme einen GSiK-Punkt für ihr GSiK-Zertifikat erhalten.

    Ermöglicht wird die Veranstaltung durch den Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Stein. Es moderiert Miriam Lohrmann, GSiK-Mitarbeiterin am Lehrstuhl.
     

    Bei Fragen können Sie sich gerne an Miriam Lohrmann unter miriam.Lohrmann@uni-wuerzburg.de wenden.