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Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    Aktuelles

    Entwicklung des digitalen Lernens und künstliche Intelligenz in der Bildung in China

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern

     

    Abschlussveranstaltung der Veranstaltungsreihe im Wintersemester am 15.01.2021 mit Dr. Yangping (Maggie) Zhou

     

    Am 15.01.2021 fand mit dem Workshop „Entwicklung des digitalen Lernens und künstliche Intelligenz in der Bildung in China" die Abschlussveranstaltung der IKiK-Reihe im Wintersemester 20/21 statt. Der Lehrstuhl Sonderpädagogik V - Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg, unter Leitung von Prof. Dr. Roland Stein, organisierte in Kooperation mit dem Büro für Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK) zum wiederholten Mal die Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ und konnte hierfür Referenten aus verschiedenen Bereichen gewinnen. Alle Veranstaltungen fanden in diesem Semester digital via Zoom statt. Die teilnehmenden Studierenden aus verschieden Fachbereichen waren diesmal insbesondere durch Studierende des Lehramts für Sonderpädagogik und Gymnasium vertreten. 

    Referentin Frau Dr. Yangping (Maggie) Zhou hat nach ihrem Wirtschaftsstudium in China fünf Jahre für ein deutsches Unternehmen in China gearbeitet. Dies hat die Referentin maßgeblich darin bestärkt, sich für den Masterstudiengang „Psychology in Business and Education” in Deutschland zu entscheiden und erlangte an der psychologischen und pädagogischen Fakultät LMU München den Grad des PhD. Aktuell arbeitet Frau Dr. Zhou als Lehrerin für Englisch und Psychologie an einem Gymnasium und einer Fachhochschule in München. Ferner ist sie auch freiberuflich tätig und hält in diesem Rahmen auch Workshops zu den Themenbereichen der digitalen Entwicklung im Bildungsbereich in China, interkulturelles Management und Kommunikation. Ihre langjährigen Bildungserfahrungen sowohl in China als auch in Deutschland, ermöglichen es ihr, Unterschiede aus beiden Ländern wahrzunehmen und zu vergleichen.
    Ziel des Workshops war es, den Interessierten die Entwicklung des digitalen Lernens und der künstlichen Intelligenz vor, während und nach der Corona-Pandemie in China näher zu bringen. Dabei sollten insbesondere auch die Akzeptanz der digitalen Lernmedien seitens der Bevölkerung, aber auch die Lerneffekte aufgezeigt werden.
    Um den „Ist-Zustand“ verständlich zu machen, ging Frau Dr. Zhou zunächst auf die Kultur des Lernens in China ein und machte mit verschiedenen Zitaten von Han Yu, Wang Zhenbai, Zhao Heng und Konfucius die in China weit verbreitete und lang zurückgehende Einstellung zum Thema Bildung deutlich: „Lernen ist eine Tätigkeit, bei der man das Ziel nie erreicht und zugleich immer fürchten muss, das schon Erreichte wieder zu verlieren.“(Konfucius in den Lunyu-Gesprächen 8.7, zit. nach Hasenkamp, M-L. (2005): Friedensmodelle in Asien, In: Sicherheit und Frieden, Vol 23, Nr. 4). „Fleiß und harte Arbeit stellen die Grundlage für Erfolg, Reichtum und einen guten Ruf in China dar. Bildung steht an oberster Stelle.“, so die Referentin. Nachdem früher lediglich Männer schulische Bildung erfahren durften, gilt der Grundsatz der Leistungsorientierung nun für einen großen Teil der Gesamtbevölkerung, geschlechtsunabhängig.
    Im weiteren Verlauf ging die Referentin auf die verschiedenen Meilensteine der digitalen Bildung in China ein.
    Auch der Aspekt des Teamteachings wurde von Frau Dr. Zhou erörtert. Während dies in Deutschland aktuell insbesondere im Förderschulbereich gelegentlich praktiziert wird, hat das Teamteaching in China Einzug in verschiedene Schularten und auch den Nachhilfesektor gefunden. Allerdings nicht wie hier durch zwei PräsenzlehrerInnen, sondern in Form eines Präsenzlehrenden, der sich um die Schüler vor Ort kümmert, sie betreut und gelegentlich auf Fragen eingehen kann. Darüber hinaus ist eine weitere Lehrkraft digital zugeschaltet, die somit Unterricht in vielen Klassen und Schulen gleichzeitig halten kann. Auch auf Aspekte der Virtual Reality und der Mixed Reality, die schon seit mehreren Jahren in Teilen des chinesischen Bildungssystems eingesetzt werden, ging Frau Dr. Zhou ein. In diesem Zusammenhang trat auch die Frage des Umgangs mit dem Thema Datenschutz auf. Die Referentin verglich hierbei ihre Erfahrungen in China mit denen als in Deutschland arbeitende Lehrkraft und stellte hierbei u.a. die Unterschiede bezüglich der Bereitschaft der Videonutzung fest.
    Ein für viele der Teilnehmenden gänzlich neuer Aspekt stellte der Umgang mit künstlicher Intelligenz und der Einsatz von Robotern im Bildungsbereich dar. Im Rahmen einer Pilotstudie wird mit Hilfe eines Sensors die Aufmerksamkeit eines jeden Kindes während des gesamten Unterrichts gemessen. Ziel sei es zu überprüfen, in welchen Unterrichtsphasen die SchülerInnen wie aufmerksam seien um daraus ableitend die Unterrichtsqualität zu verbessern.
    Neben konkreten, eingesetzten Tools zur Unterrichts-/Nachhilfeorganisation und -durchführung,  wurde auch auf die Zufriedenheit und die Herausforderungen hinsichtlich der verschiedenen digitalen Bildungsangebote sowohl im schulischen Bereich als auch im Nachhilfe- und Weiterbildungssektor und deren Weiterentwicklung während und nach der Pandemie eingegangen.
    Offen blieb die Frage bezüglich der Förderung von Kindern mit Förderbedarf und die Rolle die diesen Kindern in einem sehr leistungsorientierten Bildungssystem zukommt. Diese Fragen können vielleicht in kommenden Workshops weiter diskutiert werden.

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Dr. Yangping (Maggie) Zhou für den interessanten, in sehr angenehmer Atmosphäre verlaufenden Vortrag und das Einbringen eigener Erfahrungen und Wahrnehmungen. Ferner bedanken wir uns für die Offenheit für Fragen und deren ausführliche Beantwortung, den Studierenden für Ihre aktive Teilnahme, das Annehmen des Fragen- und Diskussionsangebots, Frau Rehm für die Vermittlung, dem GSiK Team samt studentischen Hilfskräften für die finanzielle und organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.

     

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

     

     

    Entwicklung - Eine historisch-kritische Annäherung

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern

     

    3. Online-Veranstaltung im Wintersemester 20/21 am 11.01.2021 mit Kevin Brown

    „Was assoziierst du mit „Entwicklung“? “ diese Frage wurde den Teilnehmenden des 3. Workshops der Veranstaltungsreihe „IKiK“ im Wintersemester 20/21 kurz nach Beginn von Referent Kevin Brown gestellt. Mit Hilfe des Online Tools „Answergarden“ wurde von den 15 Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen eine bunte Sammlung verschiedener, mit diesem Begriff verknüpfter, Assoziationen erstellt. Insbesondere der Begriff „Fortschritt“ wurde mehrmals diskutiert und wurde im weiteren Verlauf durch den Referenten nochmals aufgegriffen. Kevin Brown, Wirtschaftspsychologe, Yogalehrer, veganer Ernährungsberater, angehender Soziologe,…hat sich mit dem Thema „Entwicklung“ nicht nur im Rahmen seines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in Peru, und seiner Arbeit bei „Bildung trifft Entwicklung“, sondern auch im Rahmen seines Studiums kritisch mit diesem Begriff und seiner historischen (Weiter-)Entwicklung auseinandergesetzt.
    Mit Hilfe von Bildern wurde u.a. der Begriff „Entwicklungszusammenarbeit“ genannt, der als Renaming für die früher so genannte „Entwicklungshilfe“ betrachtet werden kann. Die Teilnehmenden wurden an dieser Stelle dafür sensibilisiert zu hinterfragen, inwiefern man hier möglicherweise lediglich eine Umbenennung der gleichen Vorgehensweise annehmen kann, oder tatsächlich ein Umdenken in den Handlungen der Beteiligten stattfindet. Findet hier Entwicklung tatsächlich auf Augenhöhe statt, oder werden weiterhin Abhängigkeiten seitens der „zu entwickelnden Länder“ aufrechterhalten? Inwiefern dominieren Erwartungen der Geberländer die sogenannte „Zusammenarbeit“? Welche Rolle spielen Macht und Hierarchieverhältnisse und welche Rollen nehmen die verschiedenen Länder ein? Wer profitiert wie? Fragen, die nicht alle im Rahmen eines 2- stündigen Workshops beantwortet werden können, die jedoch zum Nachdenken anregen. Dies gilt insbesondere für Studierende, die sich mit dieser Thematik vorher noch nie auseinandergesetzt hatten und kann ganz neue Perspektiven auf die teilweise in der Gesellschaft so positiv angesehene Entwicklungszusammenarbeit ermöglichen.
    Ein Ausschnitt aus der  Antrittsrede von Harry Truman aus dem Jahr 1949, der bereits auf den Entwicklungsbegriff hindeutete , stellte den Ausgangspunkt für die kritische Betrachtung der Einteilung in Arm und Reich dar und warf gleichzeitig die Frage auf, wann ein Land „entwickelt“ gilt  und wer dies auf welcher Basis entscheidet. Gleichzeitig wurde hier deutlich, wie lange dieser Begriff fester Bestandteil politischer Diskussion ist und dass bestimmte Aspekte, die aus der Vergangenheit in die Gegenwart wirken, jedoch teilweise nur bedingt Berücksichtigung finden.
    So bildete diese Thematik die Überleitung zur Bedeutung der Kolonialzeit und das Ausblenden selbiger im Zusammenhang mit der Entwicklungspolitik:

    "(Es) ist wiederholt auf die Kontinuitäten zwischen Kolonialzeit und anschließender Entwicklungspolitik hingewiesen worden (…) Es so darzustellen, als seien Globaler Norden und Globaler Süden erst durch Entwicklungspolitik in Kontakt gekommen, hat auch den Effekt zu suggerieren, dass die „Entwicklung“ des Globalen Nordens und Verarmung des Globalen Südens nichts mit kolonialer Eroberung, Sklaverei, Ausbeutung und dauerhafter weltwirtschaftlicher, militärischer, politischer und kultureller Unterordnung der kolonisierten Gebiete zu tun habe. Das Ausblenden der Kolonialgeschichte und dessen Auswirkungen für die Gegenwart sind unabdingbar, wenn Europas Selbstbild als hilfespendend Erfolg haben soll."

    (glokal e.V. (2013) Bildung für nachhaltige Ungleichheit? Eine postkoloniale Analyse von Materialen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit in Deutschland).

    Inwiefern, anders als in Harry Trumans Rede, ein gutes Leben unabhängig von Wachstum und finanzieller Entwicklung gelingen kann, versuchen verschiedene Vertreter der „buen vivir“- Bewegung zu verdeutlichen. Diese Bewegung zeichnet sich nicht durch ein klares, festgeschriebenes Konzept aus, sondern durch eine Sammlung verschiedener Denkweisen, als Gegenströmung zur westlichen Perspektive. So „(…) verabschiedet sich [das buen-vivir] von der Vorstellung, die Entwicklung und Fortschritt als einen linearen Prozess versteht, in dem bestimmte (…) Schritte durchlaufen bzw. wiederholt werden müssen. Im Gegensatz dazu vertritt das buen vivir die Perspektive, die in Geschichte weder einen linearen noch einen abgeschlossenen Prozess sieht.“ (Eduardo Gudynas (2012) Buen vivir. Das gute Leben jenseits von Entwicklung und Wachstum).
    Ferner „(…) werden soziale Beziehungen nicht zu reinen Wirtschaftsbeziehungen degradiert und nicht alle Dinge auf handelbare Güter oder Dienstleistungen reduziert.“ (ebd.) Des Weiteren „(…) formuliert das buen vivir die Vorstellungen von Lebensqualität bzw. Wohlstand neu und definiert beides nicht allein über den Besitz von materiellen Gütern oder über das Einkommensniveau.“ (ebd.).
    Neben theoretischem Input und der Möglichkeit zur Diskussion und zu Fragen, wurden den Teilnehmenden auch handlungspraktische Tools zur weiteren, selbstständigen Auseinandersetzung mit der Thematik vorgestellt. Der Happy-Planet-Index (HPI) beispielsweise, ein Tool der New Economics Foundation, ist ein Index zur menschlichen Zufriedenheit und ökologischen Nachhaltigkeit. Hintergrund ist die Überlegung, dass Reichtum nicht ein obligatorisches Ziel aller Menschen ist, sondern viele vor allem nach einem glücklichen und zufriedenen Leben streben. Dennoch dürfen dabei auch die „ökologischen Kosten“ nicht außer Acht gelassen werden, die für die Erreichung dieses Ziels anfallen.
    Ein ähnliches Ziel verfolgt der Human Development Index (HDI). Als Teil des Berichts über die menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), misst der HDI den Stand der menschlichen Entwicklung. Häufig wird er auch als „Wohlstandsindikator“ bezeichnet, da er neben Lebenserwartung und Bildungsgrad der Bevölkerung auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt.

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Kevin Brown für den anregenden und für verschiedene Perspektiven sensibilisierenden Vortrag sowie die Offenheit für Fragen, den Studierenden für Ihre Teilnahme, das Annehmen des Fragen- und -Diskussionsangebots, Frau Rehm für die Vermittlung, dem GSiK- Team samt studentischen Hilfskräften für die finanzielle und organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.

     

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

     

    Fluchtgeschichten früher und heute: An Fluchtgeschichten anknüpfen

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe
    „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern

     

    Am 10.12.2020 fand mit dem Workshop „Fluchtgeschichten früher und heute – An Fluchtgeschichten anknüpfen“ die zweite Veranstaltung unserer „Lehramtsreihe“ im Wintersemester 2020/21 statt. Irmtraud Lechner, u. a. ehrenamtliche Referentin bei „Bildung trifft Entwicklung“, gestaltete via Zoom einen ansprechenden Workshop und konnte so den Horizont der teilnehmenden Studierenden erweitern.

    Nach einer kurzen Vorstellungsrunde aller Teilnehmenden, wurden zunächst grundlegende Begriffe, wie „Geflüchtete“, „Binnen-Vertriebene“, „Asylsuchende“ und „MigrantInnen“ geklärt, um so neben dem Aufbau und der Erweiterung des rechtlichen Wissens, eine gemeinsame Vorstellung der im Vortrag immer wiederkehrenden Bezeichnungen zu erwirken. Häufige Herkunfts- und Zufluchtsländer wurden visuell anschaulich erörtert und diskutiert, teilweise zur Überraschung der Anwesenden.
    Einen weiteren Punkt der Einführung stellten auch die rechtlichen Grundlagen hinsichtlich des Asylsystems in Europa und Deutschland dar, von Aufnahme- bis hin zu Abschiebungsregelungen.
    Im Anschluss an die Grundlagenvermittlung stellte Irmtraud Lechner vier verschiedene Fluchtgeschichten zwischen 1994 und 2020 vor. Einen Teil des Prozesses der Betroffenen habt sie selbst in haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeiten unterstützend begleitet. Die vorgestellten Betroffenen unterschieden sich u. a. sowohl hinsichtlich des Herkunftslands, Alters und Familienstandes (minderjähriger unbegleitete Flüchtlinge, junge Erwachsene, 40-jährige Familienmutter), als auch hinsichtlich ihrer Fluchterfahrungen, Asylverfahren und der Dauer ihrer Flucht. Den Studierenden wurde hier zum einen bewusst, in welchen Punkten sich das „Flüchten“ im Laufe der Jahre rein strukturell, organisatorisch (u. a. aufgrund der weiterentwickelten Medien) und rechtlich verändert hat und gleichzeitig, wie unabhängig davon jede Geschichte einen individuellen Hintergrund und Verlauf hat.
    Ein Beispiel für eine Fluchtgeschichte zwischen 2016-2020 zeigt das folgende Schaubild von Irmtraud Lechner:



    Der Referentin gelang es, anhand von Fluchtdarstellungen, beginnend in den 1990er Jahren, beispielhaft Fluchtursachen, Fluchtwege, Integration in Europa und das Leben nach einer Rückführung bzw. Abschiebung zurück im Herkunftsland zu beschreiben.
    Im Anschluss daran wurden im Rahmen einer gemeinsamen Reflexion verschiedene mögliche Belastungen einer Flucht diskutiert und Chancen im Zusammenleben reflektiert. Während des Vortrags, aber auch im Anschluss daran war die Referentin jederzeit offen für Fragen der Studierenden. Diese Möglichkeit nutzten die Teilnehmenden aus den verschiedenen Fachbereichen (u.a. Philosophie, Sonderpädagogik, Humanmedizin, Psychologie) gerne, sodass eine interessante Diskussion mit reger Beteiligung entstand.

    Hintergrund der Referentin:
    Irmtraud Lechner, Soziologin und Gesundheitswissenschaftlerin, ist ehrenamtliche Referentin bei „Bildung trifft Entwicklung“ für die Themen Fluchtursachen, Gesundheit und Wirkungsorientierung. Im Rahmen verschiedener Kurzzeiteinsätze sammelte sie immer wieder Erfahrungen vor Ort (Burkina Faso, Kamerun, Südafrika, Syrien (Aleppo) und Togo, DR Kongo (Kinshasa), Mali und Niger).
    Seit 2017 leitet sie hauptberuflich als Geschäftsführerin die „Münchner Aktionswerkstatt Gesundheit“ und beteiligt sich in diesem Rahmen an kommunaler Gesundheitsförderung und sozialer Stadtentwicklung. Zentral beschäftigt sie die Frage: „Wer oder was wirkt gesundheitsfördernd? Welche Wechselwirkung besteht zwischen Kultur und Gesundheit?“. Die Frage versucht sie, gemeinsam mit ihren KollegInnen zu beantworten und Antworten interkulturell sensibel zu gestalten.
    Gleichzeitig setzt sie ihr Engagement für einen wirklich partnerschaftlichen Erfahrungsaustausch zwischen Süd-Nord-Süd weiter fort.

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Irmtraud Lechner für den lebendigen Vortrag, den Studierenden für Ihre Teilnahme und Mitarbeit, Frau Rehm für die Vermittlung, dem GSiK Team samt studentischen Hilfskräften für die finanzielle und organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für seine Unterstützung.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de

    Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ (IKiK)

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V-Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern

    Auftaktveranstaltung erneut mit Okba Kerdiea und Saad Saad

    Auch in diesem Semester organisiert der Lehrstuhl Sonderpädagogik V- Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg, unter Leitung von Prof. Dr. Roland Stein, in Kooperation mit dem Büro für Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK) die Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“. Erstmals konnten in diesem Semester auch Interessierte anderer Universitäten zur Auftaktveranstaltung begrüßt werden.

    Wie auch im vergangenen Semester finden zum aktuellen Zeitpunkt alle geplanten Workshops dieser Reihe digital statt.
    Eröffnet wurde die Reihe in diesem Semester von zwei dem Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen bereits bekannten Gesichtern: Herr Okba Kerdiea und Herr Saad Saad hatten bereits im letzten Semester zum Gelingen der Reihe beigetragen und gestalteten auch in diesem Semester wieder einen interaktiven und vielseitigen Workshop.

    Mit Hilfe eigener Erfahrungswerte hinsichtlich Flucht und Krieg, dem Leben in Syrien und Deutschland, den Herausforderungen und Chancen von Migration für alle Beteiligten, gelang es den beiden Bildungsreferenten, Studierenden neue Perspektiven aufzuzeigen und ein ganz besonderes Lernen zu ermöglichen. Passend dazu der Titel des Workshops: „Blickwechsel: Flucht und Vorurteile“. Gleichzeitig wurde, wie bereits im letzten Semester, wieder eine Live-Schaltung nach Syrien, diesmal mit zwei Verwandten der Referierenden, ermöglicht und so seltene, persönliche Eindrücke in das Leben vor Ort.

    Weitere Informationen zu den Inhalten des Workshops und den Referenten finden Sie auch in unserer Rubrik: Archiv: „Blickwechsel: Flucht und Vorurteile“

    Es freut uns sehr, dass wir Herrn Kerdiea und Herrn Saad, nach den positiven Rückmeldungen im Sommersemester 2020 von Studierendenseite, auch in diesem Semester für diesen Workshop gewinnen konnten. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Okba Kerdiea für die Durchführung und Herrn Saad Saad für die Unterstützung bei der Workshopumsetzung. Ein weiterer Dank geht an Frau Afraa Kerdiea in Salamiya, Syrien, sowie Herrn Nabil Saad, in Aleppo, Syrien für die Möglichkeit einer Sicht auf die vor Ort Situation. Ein großer Dank geht an dieser Stelle natürlich auch an die Studierenden, die ihrerseits einen großen Beitrag zur Lebendigkeit und dem Gelingen des Seminares beigetragen haben. Ferner bedanken wir uns bei dem Team von Bildung trifft Entwicklung, für die erneut reibungslose Zusammenarbeit, dem GSiK -Büro Team u.a. für die Finanzierung sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein und Herrn Prof. Dr. Thomas Müller vom Lehrstuhl Sonderpädagogik V- Pädagogik bei Verhaltensstörungen für deren Unterstützung.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    Prof. Dr. Thomas Müller, Lehrstuhl Sonderpädagogik V- Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: thomas.mueller1@uni-wuerzburg.de

     

    Von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de