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Intern
    Pädagogik bei Verhaltensstörungen

    IKiK

    Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer (IKiK) – Ein Angebot zur Förderung interkultureller Kompetenzen angehender Lehrkräfte

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V -Pädagogik bei Verhaltensstörungen und des GSiK-Büros, in Kooperation mit internen und externen Partnern

     

    Der Lehrstuhl Sonderpädagogik V- Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg organisierte in diesem Semester zum wiederholten Mal in Kooperation mit dem Büro für Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK) der Universität Würzburg eine Veranstaltungsreihe, die sich inhaltlich speziell an angehende Lehrkräfte richtet. Gleichzeitig werden die Veranstaltungen auch für Studierende aller anderen Fachrichtungen geöffnet, was vielschichtige Perspektiven auf eine Thematik ermöglicht und Lernprozesse bereichert.
    Die Workshops sind für alle Interessierten kostenlos. Studierende der Universität Würzburg können für jede Teilnahme einen GSiK-Punkt für ihr GSiK-Zertifikat erhalten (weitere Infos hierzu unter: https://www.uni-wuerzburg.de/gsik/zertifikate/).

    Leider mussten von den acht geplanten Workshops im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Interkulturelle Kompetenz im Klassenzimmer“ einige Veranstaltungen in diesem Semester coronabedingt entfallen. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ konnte Herr Kerdiea für die Veranstaltungsreihe gewonnen werden, der sich bereit erklärte, den Workshop „Blickwechsel: Flucht und Vorurteile“ als Online Seminar durchzuführen.

    Okba Kerdiea ist Englischlehrer aus Salamiyah (Syrien) sowie langjähriger Trainer im Bereich Friedens- und Demokratieentwicklung in Syrien. Seit 2015 lebt er in Deutschland und arbeitete zunächst im Rahmen eines einjährigen Bundesfreiwilligendienstes in einem Seniorenheim in Hof. Seit Juli 2016 arbeitet er im Berufsförderzentrum Hof als Projektmanager, mit den Schwerpunkten Globales Lernen, Interkulturelles Training, Berufliche Bildung und Berufsorientierung. Im Rahmen dieser Tätigkeit organisiert er auch Schulungen u.a. in Deutschland, Äthiopien und im Libanon. Seit 2016 ist er als „Bildung-Trifft-Entwicklung-Trainer“ aktiv.
    Für den Workshop an der Universität Würzburg konnte Herr Kerdiea gemeinsam mit seinem Kollegen, Herrn Saad, und seiner in Syrien lebenden Schwester Frau Afraa Kerdiea, weitere Experten für die Thematik des Workshops gewinnen, die zusätzliche Sichtweisen auf die verschiedenen Themenbereiche einbrachten.
     

    Im Rahmen einer ausführlichen Vorstellungsrunde bestand die Möglichkeit, eigene oder in der Familie erlebte Migrationserfahrungen zu reflektieren sowie aktuelle Berührungspunkte mit den Themen Flucht/Migration und Geflüchteten im alltäglichen und beruflichen Leben bewusst wahrzunehmen. Die freundliche und offene Art des Referenten ermöglichte den interessierten Studierenden einen guten Zugang zur Thematik und schuf ein Klima, in welchem schnell deutlich wurde, dass hier Fragen allerart durchaus gewünscht, gewürdigt und nach bestem Wissen und Gewissen, immer mit dem Hinweis auf die subjektive Wahrnehmung, beantwortet wurden. Neben vielleicht überraschenden, teils schockierenden oder bedrückenden Informationen, schaffte es der Referent auch immer wieder, den Studierenden ein Lächeln oder Schmunzeln zu entlocken.
    Inhaltlich griff der vielseitige und interaktive Workshop zunächst globale Krisen und ungleiche Strukturen auf, welche die weltweite Flüchtlings- und Migrationsbewegungen bewirken und auch  Deutschland betreffen. Gleichzeitig setzten sich die Teilnehmenden mit eigenen Ängsten und Vorurteilen in Bezug auf die Integration und das Zusammenleben mit Geflüchteten auseinander. Der Referent ließ hierbei viel Raum für Diskussionen sowie spontane und kritische Rückfragen, den die Teilnehmenden sehr gerne und intensiv nutzten. Auch Themen, bei welchen die Studierenden in der Vergangenheit z. T. das Gefühl hatten, dass diese von ihrem Gegenüber eher als Tabuthema gesehen werden (z. B. Politik, Rolle der Frau, Wertesysteme), beantworteten Herr Keridea und Herr Saad sehr ausführlich und ohne Zurückhaltung. Eine weitere Sicht auf die Thematik, und vermutlich für die meisten eher eine sehr seltene Erfahrung, brachte Herr Kerdieas in Syrien lebende Schwester mit ein. Im Rahmen eines Video-Anrufes wurde sie zugeschaltet, beantwortete ebenfalls Fragen, die die Studierenden beschäftigten und zeigte das Leben vor Ort. Mit Hilfe verschiedener Übungen, eigenen Erfahrungsberichten und den oben genannten Punkten, konnten die Studierenden zum einen hinsichtlich konkreter Handlungsweisen und Denkmuster ihren Horizont erweitern und zum anderen in verschiedenen Aspekten einen Perspektivenwechsel vollziehen. Neue Denkprozesse wurden angestoßen und interkulturelle Kompetenzen auf vielseitige Art und Weise erweitert. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung neuer Ideen für das Zusammenleben geleistet.
    Ein im Anschluss an die Veranstaltung per Email erhaltenes Feedback einiger Studierender bestätigte diese Wahrnehmung:

    „Ich fand es super, dass das Seminar trotz der aktuellen Situation stattgefunden hat und nicht wie die meisten abgesagt wurde. Sicherlich war die Arbeitszeit hierfür deutlich höher, da man den entsprechenden Umgang mit einem neuen Technikverfahren ausprobieren musste. Die Umsetzung und Gestaltung waren sehr gelungen. Die Veranstalter haben sehr ehrlich und offen mit uns das Seminar abgehalten. Das Ganze wurde mit einer freundlichen Atmosphäre ergänzt. Es war eine wertvolle Bereicherung die Erlebnisse und Erfahrungen in dieser Form anhören zu dürfen und darüber sich zu unterhalten. Besonders unglaublich war für mich die Liveschaltung nach Syrien und das Gespräch mit der Person vor Ort. Das hat mir einen ganz anderen Blickwinkel verschafft, den ich vermutlich sonst nie erhalten hätte.
    Dieses Seminar hat einfach sämtliche, anderen Seminare übertroffen und ich möchte hierüber einfach Mal ein Dankeschön aussprechen.
    Ich hoffe sehr, dass solche Seminare weiter gefördert werden und auch die Studierenden nach mir etwas davon haben.“ (Emma E. Evenz)


    Es freut uns sehr, dass wir Herrn Kerdiea für diesen Workshop gewinnen konnten und hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit im kommenden Semester. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Okba Kerdiea für die Durchführung, Herrn Saad Saad für die Unterstützung bei der Workshopumsetzung und Frau Afraa Kerdiea für die Möglichkeit einer Sicht auf die vor Ort Situation in Syrien. Ein großer Dank geht an dieser Stelle natürlich auch an die Studierenden, die ihrerseits einen großen Beitrag zur Lebendigkeit und dem Gelingen des Seminares beigetragen haben. Ferner bedanken wir uns bei Frau Katharina Lang für die Vermittlung des Workshops, dem Team von Bildung trifft Entwicklung, dem GSiK -Büro Team sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein und Herrn Priv. Doz. Dr. Thomas Müller vom Lehrstuhl Sonderpädagogik V- Pädagogik bei Verhaltensstörungen für deren Unterstützung.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Roland Stein, Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: roland.stein@uni-wuerzburg.de

    Priv. Doz. Dr. Thomas Müller, Lehrstuhl Sonderpädagogik V- Pädagogik bei Verhaltensstörungen
    E-Mail: thomas.mueller1@uni-wuerzburg.de

    Von Miriam Lohrmann (Lehrstuhl Sonderpäpdagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen; Teilprojektstelle GSiK): miriam.lohrmann@uni-wuerzburg.de