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    Chair of Special Education V - Education for People with Emotional and Behavioural Disorders

    Veranstaltungen im WiSe 22/23

    Veranstaltungen im WiSe 22/23

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen und der GSiK-Zentrale, in Kooperation mit internen und externen PartnerInnen

    Der Lehrstuhl Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen – der Uni Würzburg organisiert zum wiederholten Mal in Kooperation mit der Zentrale für Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK) der Uni Würzburg eine Veranstaltungsreihe, die sich an Studierende aller Studiengänge und weitere Interessierte richtet.

    Die Teilnahme an den voneinander unabhängigen Veranstaltungen ist für alle Interessierten kostenlos. Studierende der Universität Würzburg können für jede Teilnahme einen GSiK-Punkt für ihr GSiK-Zertifikat erhalten (weitere Infos hierzu unter: https://www.uni-wuerzburg.de/gsik/zertifikate/).

    Wir bitten alle Studierenden, sich zu den Workshops/Seminaren in WueStudy anzumelden (Veranstaltungsnummer 05048721). Externe Teilnehmer:innen melden sich bitte bei Johanna Lawall unter  johanna.lawall@uni-wuerzburg.de an. Die Zugangsdaten bei Online-Veranstaltungen werden in der Regel am Tag vor dem Workshop an alle Angemeldeten verschickt.

    Antiziganismus. Was ist das?: 02.11.2022 (17.00-19.00 Uhr) – Zoom

    Interkulturelle Kompetenz in der Sonderpädagogik (IKiS) – Ein Angebot zur Förderung interkultureller Kompetenzen

    Eine Veranstaltungsreihe des Lehrstuhls Sonderpädagogik V – Pädagogik bei Verhaltensstörungen und der GSiK-Zentrale, in Kooperation mit internen und externen Partner:innen

    Auftaktveranstaltung der IKiS-Reihe im Wintersemester 2022/ 2023 mit dem Workshop „Antiziganismus. Was ist das?“ am 02.11.2022 via Zoom mit Frau Lara Raabe vom Bildungsforum gegen Antiziganismus.

    „Antiziganismus“ – ein Wort, das im gesamtgesellschaftlichen Kontext bis heute kaum bis keine Verwendung findet und noch immer vielen Menschen nicht geläufig ist. Dabei ist Antiziganismus einer von vielen Rassismen, der ebenfalls auf allen strukturellen und institutionellen gesellschaftlichen Ebenen stattfinden kann und auch stattfindet.      
    Aus diesem Grund lud das IKiS-Team Frau Lara Raabe vom Bildungsforum gegen Antiziganismus in Berlin ein, um mit interessierten Personen einen Einführungsworkshop zur Thematik des Antiziganismus zu gestalten und Begegnungsmöglichkeiten mit der Materie zu schaffen. Ziel des zweistündigen Online-Workshop war es, Wissen zur Themenstellung – auf theoretischer wie praktischer Ebene – zu vermitteln und so Öffnungsprozesse anzustoßen. Gleichzeitig sollten die Teilnehmenden sensibilisiert werden, Antiziganismus auszumachen und lernen, hierauf adäquat zu reagieren.   
    Lara Raabe setze in ihrem Workshop verschiedene Akzente und legte den Fokus immer wieder auf die (Selbst-) Reflexion der Teilnehmenden. Inhaltlich startete der Workshop mit einigen Impulsfragen und -aussagen, wie beispielsweise „Ich habe mich schon mit Antiziganismus und seiner Bedeutung für unsere Gesellschaft beschäftigt.“ oder „Ich habe mich mit dem NS-Völkermord an Sinti:ze und Rom:nja auseinandergesetzt.“ Zunächst sollten die Teilnehmenden eigene Antworten finden, ehe die Referentin begann, über die Kernthematik per se aufzuklären. In eben diesem Hauptteil konnten die Teilnehmenden vor allem breitgefächertes Wissen zu folgenden Aspekten generieren: Selbstbezeichnung der Sinti:ze und Rom:nja inklusive deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Arbeitsdefinition der „Allianz gegen Antiziganismus“, Nationalsozialismus und der rassistisch motivierte Völkermord, die Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti:ze und Rom:nja, Entwicklungen im Kampf gegen Antiziganismus.    
    Nach diesem theoriegeleiteten Teil sollten die Teilnehmenden in Praxisbeispielen ihr eben angeeignetes Wissen konsolidieren und aktiv umsetzen. Hierfür gab Lara Raabe den Teilnehmenden stereotype und rassistische Aussagen über die marginalisierte Personengruppe der Sinti:ze und Rom:nja. In Kleingruppenarbeit galt es nun, diese Zitate stichhaltig und mit validen Aussagen zu widerlegen und so in einer klaren und gesunden Argumentation gegen Antiziganismus einzutreten. So argumentierten die interessierten Studierenden beispielsweise über Aussagen wie „Ich hab´ja gar nichts gegen die, es ist aber schon komisch, dass die nirgends wirklich dazugehören.“ oder „`Z.` darf man ja jetzt auch nicht mehr sagen…dabei nennen die sich selber so.“      In einem gemeinsamen Abschlussplenum wurden diese Aussagen im Gesamtkontext kritisch beleuchtet und die Gruppen trugen ihre Argumentationsketten vor, diese untermauerte und ergänzte die Referentin punktuell mit weiteren Argumentationen und Praxisbeispielen. Ebenso trat die Gesamtgruppe in eine Reflexion über die Kleingruppenarbeit und sprach darüber, welche Emotionen solche Aussagen auslösen können – mitunter auch bei einzelnen Teilnehmenden selbst. Hieran schloss sich eine finale Reflexion an, in der einheitlicher Konsens über die Wichtigkeit des Themas herrschte sowie darüber, wie elementar Aufklärungsarbeit – wie beispielsweise in Form dieses Workshops – sei.

     Hintergrund der Referentin:

    Lara Raabe ist freie Mitarbeiterin des Bildungsforums gegen Antiziganismus und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Sie ist Mitgründerin der Online-Plattform „Die andere Seite der Verfolgung. Selbstzeugnisse des 19. und 20. Jahrhunderts revisited“ und schreibt derzeit ihre Masterarbeit zur Rolle von Roma in dem Nürnberger Einsatzgruppen-Prozess und in der darauf basierenden Historiographie.

    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Lara Raabe für ihren sehr lehrreichen, informativen und kurzweiligen Workshop, den Studierenden für ihre Teilnahme, Mitarbeit und ihr Interesse an der Themenstellung, dem GSiK-Team samt studentischen Hilfskräften für die finanzielle und organisatorische Hilfe sowie bei unserem Lehrstuhlinhaber Herrn Prof. Dr. Roland Stein für die Unterstützung.

     

     

    Unterstützte Kommunikation und Mehrsprachigkeit: 08.11.2022 (16.00-18.00 Uhr) - -1.102 am Wittelsbacherplatz

    Inhaltliche Beschreibung: Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen an Förderschulen für körperliche und motorische Entwicklung sowie geistige Entwicklung ist aufgrund eingeschränkter lautsprachlicher Fähig-keiten auf Maßnahmen aus dem Fachgebiet der Unterstützten Kommunikation angewiesen. Dazu zählen alternative Kommunikationsformen, wie Gebärden, Kommunikationstafeln oder elektronische Kommunikationshilfen. Zur Lebensrealität der Schüler:innen zählt auch das Aufwachsen in einer mehrsprachigen Gesellschaft. Beispielsweise wird in der Familie mindestens eine weitere Sprache neben dem Deutschen gesprochen oder in der Schule wird die Teilnahme am Englischunterricht gefordert. Es stellt sich die Frage, wie alternative Kommunikationsformen gestaltet und eingesetzt werden können, damit der Fremd- und/ oder Zweitspracherwerb gelingen kann?

    Vor diesem Hintergrund werden in dem Vortrag Perspektiven für die Gestaltung mehrsprachiger Kommunikationshilfen aufgezeigt sowie Einsatzmöglichkeiten am Beispiel des KvDaZ-Konzepts skizziert. Am Ende des Vortrags bleibt genügend Raum für Diskussion, Fragen und Austausch. 

    Informationen zur Referentin: Lena Lingk ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung sowie am Forschungs- und Beratungszentrum für Unterstützte Kommunikation an der der Universität zu Köln, LUK Kommunikationspädagogin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Mehrsprachigkeit in der Unterstützten Kommunikation, Sprachförderung bei Deutsch als Zweitsprache, Entwicklung von Sprachfördermaterialien und bilingualen Kommunikationsmaterialien

    Leben mit persönlichem Budget und persönlicher Assistenz: 18.11.2022 (10.15-11.45 Uhr) – 00.107 am Wittelsbacherplatz

    Inhaltliche Beschreibung: Für die meisten von uns stellt es einen unhinterfragten und selbstverständlichen Umstand dar, selbst darüber entscheiden zu dürfen, wie und in welcher Art und Weise wir unser Leben führen und an der Gesellschaft bzw. dem öffentlichen Leben teilhaben wollen - Menschen mit Behinderung wurde dies jedoch lange Zeit verwehrt. Dass das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung in den 1990er Jahren dann schließlich auch im Grundgesetz seine Verankerung fand, ist vor allem den Selbstvertreter:innen der sog. Krüppelbewegung und der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung zu verdanken. Unter anderem zu dieser Entwicklung beigetragen hat der 1995 von Menschen mit verschiedenen Behinderungen ins Leben gerufene Verein »Selbstbestimmt Leben Würzburg e.V.« (WÜSL). Nach dem Vorbild anderer Selbstbestimmt Leben Initiativen in Deutschland gründete sich der Verein WÜSL mit dem Ziel, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen beeinträchtigten Menschen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.

    Den Teilhabebemühungen dieser Selbstvertreter:innen ist es nicht zuletzt auch zu verdanken, dass in Deutschland Menschen mit Behinderung ambulante, selbstbestimmte und an den individuellen Bedarfen ausgerichtete Hilfeleistungen in Form von »Persönlicher Assistenz« in Anspruch nehmen können. Eine dieser Assistenznehmer:innen ist Frau Barbara Windbergs. In ihrem Vortrag wird Frau Windbergs den Studierenden von ihrem Leben mit Persönlicher Assistenz, ihren Erfahrungen in der Arbeit mit den Assistent:innen sowie von den Vor- und Nachteilen einer solchen Unterstützungsleistung berichten. Im anschließen-den Diskussionsforum haben die Studierenden die Möglichkeit, Fragen an die Referentin zu stellen.

    Informationen zur Referentin: Barbara Windbergs erkrankte während ihres Studiums an MS und ist seit ca. 20 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied von WüSL e.V. und arbeitet ehrenamtlich zu den Themen „Persönliche Assistenz“ und Barrierefreiheit. Seit 2010 praktiziert sie das sogenannte „Arbeitgebermodell“ für ihr selbstbestimmtes Leben.

     

    Auf die Begegnung kommt es an: 29.11.2022 (18.00-19.00 Uhr) – Zoom

    Inhaltliche Beschreibung: Viel zu oft wird über Menschen mit Behinderung gesprochen. Im Alltag fehlt es an Begegnungen. Menschen mit Behinderung sind in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland unterrepräsentiert. Das Gespräch über Menschen mit Behinderung wird sehr häufig von Menschen ohne Behinderung geführt, dabei sollte das genau andersherum stattfinden. Dafür braucht es einen aktiven Austausch. Denn durch die floskelhafte Thematisierung von Inklusion und Barrierefreiheit wird das Verbleiben in der Theorie legitimiert. Stattdessen braucht es ein aktives Handeln, und zwar radikal. In dieser Veranstaltung soll genau in einer kritischen Betrachtung und Reflexion des aktuellen Inklusionsgeschehens behandelt werden.

    Informationen zum Referenten: Raul Krauthausen ist Inklusions-Aktivist, Gründer der SOZIALHELDEN und studierter Kommunikationswirt. Sein Einsatz in den Bereichen Inklusion und Soziales Engagement wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Grimme Online Award ausgezeichnet. 2014 erschien seine Autobiographie „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“. Seit 2015 moderiert er „KRAUTHAUSEN – face to face“, ein Talkformat auf Sport1. Er hält regelmäßig Vorträge zu den Themen Inklusion, Vielfalt und gesellschaftliches Zusammenleben und präsentiert u.a. die Podcasts „Im Aufzug“ und „Die neue Norm“. Sein Podcast „Wie kann ich was bewegen?“ ist im Oktober 2021 als gleichnamiges Buch erschienen, das er gemeinsam mit Benjamin Schwarz geschrieben hat.

    Ein Bild, das Text enthält. Automatisch generierte Beschreibung

      

    Diese Veranstaltung wird organisiert in Kooperation mit dem Würzburger Ombudsrat in Trägerschaft des Würzburger Bündnisses für Demokratie und Zivilcourage e.V. und wird finanziell gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Demokratie leben!

     

     

     

    Boys will be Boys. Rape Culture in Deutschland: 01.12.2022 (16.15-19.15 Uhr) - -1.105 am Wittelsbacherplatz

    Inhaltliche Beschreibung: „Boys will be boys“, „So sind sie halt, die Jungs.“

    Es sind Sätze wie diese, die sexualisierte Gewalt verharmlosen; sie sind Teil einer gelebten Rape Culture zu deutsch: Vergewaltigungskultur. Das bedeutet nicht zwingend, dass in die-ser Kultur eine Mehrheit der Menschen sexuelle Übergriffe in Ordnung findet, oder dass besonders viele Sexualstraftaten verübt werden. Vielmehr bezeichnet der Ausdruck Rape Culture ein gesellschaftliches Umfeld, das sexualisierte Gewalt herunterspielt.

    Oftmals fällt dieser Begriff, um auf andere Länder zu zeigen – in diesem Workshop bekommen die Studierenden einen Einblick, wie sexualisierte Gewalt in Deutschland stattfindet und wie damit umgegangen wird.

    Informationen zu den Referentinnen: Johanna Lawall und Angela Nasimi

    LGBTQIA... was!? Queere Bewegungsgeschichte und Lebensrealitäten heute: 08.12.2022 (16.00-18.30 Uhr) - -1.105 am Wittelsbacherplatz

    Inhaltliche Beschreibung: LGBTQ+ ist inzwischen als Begriff im Mainstream angekommen. Aber wofür sind die Labels gut und was steckt dahinter? In unserem Workshop schauen wir uns die Grundlagen queerer Theorie an und wagen einen Einblick in die Komplexität von Geschlecht und Sexualität. Wir erarbeiten welche Diskriminierungsformen mit welchen queeren Identitäten verknüpft sind. Schließlich nähern wir uns aus einer historischen, kolonialismuskritischen Perspektive quee-ren Kämpfen damals und heute. Für den Workshop braucht es keinerlei Vorkenntnisse, er wird in deutscher Lautsprache gehalten. Wir arbeiten unter anderem mit Texten und Kleingruppenaustausch.

    Informationen zu den Referierenden: Nuan und Ele sind Teil des Bildungskollektivs fem*ergenz und arbeiten seit einigen Jahren zu queeren Themen. Beide verorten sich selbst auf dem queeren Spektrum und bringen ihre persönlichen Erfahrungswelten in ihre Bildungsarbeit ein.