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    Institut für Sonderpädagogik

    Sara Schnur / Thomas Müller: Elemente der MultiGradeMultiLevel-Methodology Möglichkeiten und Grenzen für den Unterricht mit verhaltensauffälligen Kindern. Rimpar: edition freisleben 2006, ISBN 978-3-930268-55-9

     

    Vor gut 30 Jahren wurde der Grundstein zur Entwicklung der MultiGradeMultiLevel-Methodology in 12 Dorfschulen in einer der ärmsten Gegenden Indiens gelegt. Daraus entstand eine einzigartige Bildungs- und Schulentwicklung, die heute die größte Ausstrahlung in Indien und weltweit verzeichnet. Mehr als 10 Millionen Kinder lernen mit Variationen der dort entwickelten MultiGradeMultiLevel-Methodology und ihren Lernleitern.

    Die Erprobung einzelner Elemente und die Entwicklung von Variationen dieser Methodik an einer Schule für Erziehungshilfe lenken den Fokus auf die Frage der Passung für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche in speziellen wie inklusiven unterrichtlichen Settings. Dafür werden Elemente der Methode analysiert, auf ihre Eignung hin untersucht und kritisch gewürdigt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden mit den bereits vorhandenen Erfahrungen im Einsatz von Elementen der MultiGradeMultiLevel-Methodology an einer Schule für Erziehungshilfe in Beziehung gesetzt und somit praxisnah aufgearbeitet.

     

    Moosecker, Jürgen: Bio- / Medizinethik und Heilpädagogik. Analyse und Diskussion bio- und medizinethischer Spannungsfelder - Präimplantationsdiagnostik (PID) und Entscheidungen in der Neonatologie - vor dem Hintergrund von Bezugsmaximen einer heilpädagogisch-ethischen Position in Relation zum Zugang der Medizin und der Bio-/Medizinethik unter Betrachtung der Potentialität einer Differenzüberbrückung im Rahmen der Diskursethik. Rimpar: edition freisleben 2006, ISBN 978-3-930268-44-3

    Aktuelle Fragestellungen zur Bio- und Medizinethik weisen aufgrund unterschiedlicher Betrachtungswinkel und angelegter Einschätzungs- und Bewertungsmaßstäbe ein nicht unerhebliches Konfliktpotential auf. Auch die Heilpädagogik nimmt eine „skeptische Haltung“ (Gröschke) ein, verbunden mit „Auseinandersetzung […] und kritischer Zurückweisung“ (Dederich) vor dem Prinzip der „wechselseitigen Anerkennung“ (ebd.).
    Die Arbeit exploriert – vor dem Hintergrund heilpädagogischer Referenzen -  grundlegende normative Bezugsmaximen einer heilpädagogisch-ethischen Position auf einer mikro- und makroperspektivischen Ebene. Im Vergleich dazu stehen sowohl der Zugang der Medizin als auch die facettenreiche Ausprägung der Bio- und Medizinethik in ausgeprägter und partieller Differenz.
    Herangezogen zur umfangreichen Analyse und Diskussion werden zwei aktuelle bio- und medizinethische Handlungsfelder – die reproduktionsmedizinische Methode der Präimplantationsdiagnostik (PID) und Entscheidungen in der Frühgeborenen-Medizin, der Neonatologie.
    Abschließend erfolgt eine Diskussion der Potentialität und Reichweite einer Differenzüberbrückung zwischen verschiedenen normativen Positionen im Rahmen der Diskursethik.

     

    Preiß, Holger: Ein psychoanalytischer Blick auf geistige Behinderung. Impulse für Theorie und Praxis der Geistigbehindertenpädagogik. Rimpar: edition freisleben 2006, ISBN 978-3-930268-40-5

     

    Bei der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung wird das Handeln und Wirken durch unterschiedliche Perspektiven und Vorannahmen beeinflusst. Auch die Psychoanalyse wirft ein spezifisches Licht auf das Phänomen geistige Behinderung, wird aber bislang kaum als Reflexionshintergrund wahrgenommen.

    Um diese Perspektive möglichst fruchtbar für Theorie und Praxis der Geistigbehindertenpädagogik zu machen, wird Psychoanalyse in diesem Buch weit gefasst: Zum einen nicht nur als Form der Psychotherapie, sondern vielmehr als allgemeines Reflexionsmodell menschlichen Handelns. Zum anderen nicht nur als Lehre Sigmund Freuds, sondern unter Einbezug der ganzen Bandbreite der tiefenpsychologischen Schulen und ihrer Entwicklungen bis heute.

    Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Beitrag der Psychoanalyse für die Geistigbehindertenpädagogik. Wie kann man geistige Behinderung aus Sicht der Psychoanalyse beschreiben? Was kann Psychoanalyse zum Verständnis von pädagogischen Beziehungen beitragen? Können wir Menschen mit geistiger Behinderung auf dieser Basis (besser) verstehen? Welche Möglichkeiten gibt es, das eigene erzieherische Wirken zu reflektieren und ggf. zu verändern?



    Habermann, Angela: Jean Marc Gaspard Itard. Ein Wegbereiter für die Geistigbehindertenpädagogik? Rimpar: edition freisleben 2007, ISBN 978-3-930268-42-9

    Die Diagnose PHILIPPE PINELS, der als einer der bedeutendsten Psychiater der Aufklärung gilt, ist ebenso eindeutig wie niederschmetternd: Bei dem seltsamen Knaben, der 1799 in den Wäldern von Aveyron aufgegriffen wurde und den Namen VICTOR erhielt, handelt es sich ohne Zweifel um einen „idiot incurable“, für den jegliche Erziehungs- oder Bildungsbemühungen aussichtslos erscheinen. JEAN ITARD hingegen, ein junger Arzt am Taubstummeninstitut in Paris, ist von der grundsätzlichen Erziehbarkeit dieses eher tier- denn menschenähnlich anmutenden Knaben überzeugt und widmet sich fortan dessen Erziehung und Bildung. Mit pädagogischem Geschick, methodischer Raffinesse und unerschütterlicher Beharrlichkeit gelingt es ITARD, VICTORS Sinne zu schärfen, seine „Sprachfähigkeit“ mittels Mimik und Gestik zu schulen und ihn weitgehend „gesellschaftsfähig“ zu machen.
    Ein einmaliger Glücksfall? Oder vielleicht doch beispielhaftes Ergebnis eines Erziehungsverständnisses, welches sich – erstmalig in der Geschichte – an den individuellen Erziehungsbedürfnissen eines Kindes orientierte, das nicht den gängigen Normalitätsidealen entsprach?

     

    Sarembe, Katrin: SOS-Kinderdorf: Analyse eines Fremdunterbringungskonzepts. Geschichte und Weiterentwicklung einer Idee. Rimpar: edition freisleben 2007, ISBN 978-3-930268-41-2

     

    Familienergänzende und familienersetzende Maßnahmen sind für viele Kinder und Jugendliche eine unverzichtbare Grundlage ihrer Entwicklung, sei es, dass sie keine Eltern haben oder aus einem problematischen familiären Kontext herauskommen. Auf Basis des Kinder- und Jugendhilfe-Gesetzes hat sich das Spektrum der entsprechenden Maßnahmen in den letzten Jahren erheblich diversifiziert.

    Dabei wird auch der Funktion familienähnlicher Unterbringungsformen eine besondere Bedeutung beigemessen. Die SOS-Kinderdörfer arbeiten schon seit langer Zeit engagiert und weltweit in dieser Hinsicht – in einem ganz besonderen Bereich zwischen den Formen der Pflegefamilie zum einen und dem Heim zum anderen. Im Hinblick auf die Rezeption in der sonder- und sozialpädagogischen Literatur führten die SOS-Kinderdörfer allerdings bisher leider eher ein Schattendasein – Darstellungen und Reflexionen kamen insbesondere aus einer „Innensicht“ heraus, aus der Perspektive der Organisation selbst.

    Katrin Sarembe stellt sich im Rahmen der vorliegenden Arbeit einer zweifachen Aufgabe: zum einen einer systematischen Bestandsaufnahme unter Einbezug der historischen Entwicklung der Arbeit der SOS-Kinderdörfer bis in die heutige Zeit – zum anderen jedoch auch der Einnahme einer wissenschaftlichen Außenperspektive im Sinne einer differenzierten und auch kritischen Sicht der Organisation und ihrer pädagogischen Arbeit. Dabei wird das betrachtete Konzept auch in den sonder- und sozialpädagogischen Kontext der Diskussion um Möglichkeiten der Fremdunterbringung und deren historische Entwicklung eingebettet. Des Weiteren analysiert Frau Sarembe zentrale Aspekte der pädagogischen Arbeit sowie damit verbundene besondere Eigenheiten und mögliche Problemstellungen der SOS-Kinderdörfer. Diese Analysen basieren auf umfangreichen und engagierten Recherchen der – häufig „grauen“ – verfügbaren Literatur zum Thema.

    Wagner, Felix: Der aisthetische Modus menschlicher Selbst- und Welterschließung in seiner Bedeutung für die Heilpädagogik. Reflexionen auf der Basis anthropologischer und kulturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Rimpar: edition freisleben 2009, ISBN 978-3-930268-52-8

    Die Frage nach der menschlichen Selbst- und Welterschließung ist für die Heilpädagogik, als Wissenschaft der Erziehung und Bildung von Menschen mit Behinderung, von fundamentaler Bedeutung. Das Ziel der vorliegenden Untersuchung besteht darin, auszuloten, inwiefern die Auseinandersetzung mit aisthetischen, die sinnliche Wahrnehmung betreffenden Vollzügen diesbezüglich in besonderem Maße gewinnbringend zu sein vermag. Dabei folgt die Arbeit einer phänomenologisch-hermeneutischen Grundorientierung.
    Zur Fragestellung erfolgt eine Annäherung auf unterschiedlichen Wegen: sowohl aus anthropologischen als auch aus kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen heraus. Damit werden zwei bedeutende, sich gegenseitig ergänzende Blickwinkel auf das Thema eingenommen. Hervorzuheben ist, dass der Autor sich nicht scheut, in der Auseinandersetzung mit entsprechenden Theorien erwachsene Standpunkte auch dann klar begründet zu vertreten, wenn diese dem gegenwärtigen heilpädagogischen Mainstream nicht entsprechen. Die wissenschaftliche Untersuchung füllt eine Lücke in der heil- und sonderpädagogischen Fachdiskussion und repräsentiert damit einen wichtigen Beitrag für diese.

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